Samstag, 28. Juli 2012

Deine Lippen, so kalt - Amy Garvey

Bildquelle
Verlag: cbj 
 Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
 ISBN: 978-3570153321
Preis: 14,99 Euro
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Inhalt:
Wren ist zum ersten Mal richtig mit einem Jungen zusammen. Danny macht sie glücklich und es könnte nicht besser laufen. Doch durch einen tragischen Unfall wird Danny aus Wrens Leben gerissen.
Was keiner weiß: Wren besitzt magische Kräfte und so überlegt sie nicht lange und beschwört ihren Geliebten wieder zum Leben. Doch Danny kommt nicht als derselbe zurück. Seine Haut ist blass und kalt. Die Hülle eines Toten. Da alle Danny für "begraben" halten, muss Wren ihn verstecken.
So verbringt sie meist die Nächte zusammen mit ihm in einer verlassenen Garage. Schon bald nagen Schuldgefühle an ihr. War es richtig Danny zurückzuholen und ihn das Leben eines Untoten fristen zu lassen, eingekapselt im Schatten seines vergangenen Ichs?
Richtig schwer wird die Sache, als sie Gabriel kennenlernt, der schon bald ihr Geheimnis entdeckt, denn auch er hat besondere Kräfte und eine Anziehung, die Wren nur schwer wiederstehen kann.

Meinung:
Leider muss ich zugeben, dass mich "Deine Lippen, so kalt" nicht wirklich überzeugen kann. Schade eigentlich, denn schon allein der Titel und das Cover machen ungemein Lust auf dieses Buch.

Besonderes gut gefallen an diesem Werk, hat mir der Schreibstil. Er hebt sich schon ein bisschen von der Masse ab. Die Autorin beschreibt wirklich sehr schön und hat ein Gespür für sinnliche, mitfühlende Sätze, die das Lesen zu einem Vergnügen machen. 
Die Autorin geht sehr auf die Protagonistin Wren ein und schafft es dadurch, eine Verbindung zum Leser aufzubauen.
Das Problem lag bei mir einfach nur daran, dass ich Wren als Person nicht so richtig mag.
Ich würde sie jetzt nicht als nervig bezeichnen, sondern eher als ein wenig zu übertrieben emotional. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft sie geweint hat und mit den Nerven am Ende war. Das ist eigentlich auch kein Wunder, bei dem, was sie alles durchgemacht hat. Trotzdem war mir das alles ein bisschen too much und ich fühlte mich einfach unwohl dabei, sie die ganze Zeit so zu sehen. Manchmal habe ich mir einfach nur gedacht: "Mädchen, jetzt reiß dich mal zusammen! Bist ja selber schuld an deiner Situation." Das kling zwar ziemlich hart, ist aber so. Ich meine, wenn man seinen toten Freund versucht wieder zurückzuholen, ohne darüber nachzudenken, wie es danach ablaufen soll. Ich weiß nicht, das war für mich so unüberlegt.
Auf der anderen Seite kann man ihr Handeln auch wieder nachvollziehen, weil sie einfach so erschüttert war, durch seinem plötzlichen tot. Da würde man doch alles tun, um ihn noch einmal wiederzusehen, oder?

Danny, einst ein fröhlicher, aufgedrehter junger Kerl, ist nach seiner Auferstehung nur noch ein Schatten seiner selbst. Die äußere Hülle scheint zwar Danny zu sein, aber von innen ist er nicht mehr derselbe. 
Er wirkt, wie sollte es anderes sein, leblos und paralysiert. Nur wenn Wren in seiner Nähe ist, spürt man noch ein kleines bisschen von seinem alten Leben. Ich musste mir immer vorstellen, wie er ausgesehen haben muss, wenn Wren mal nicht bei ihm war. Still in einer Ecke sitzend, den Blick ins Leere gerichtet und das für Stunden.
Eigentlich ist er für einen Toten ziemlich gut getroffen.

Gabriel, der Dritte im Bunde, ist sofort an Wren interessiert. Auch er besitzt eine besondere Gabe. Die Fähigkeit, in Menschen hineinzublicken. Gedankenfetzen zu erhaschen und somit bekommt er auch Wrens Geheimnis heraus. Die will zuerst gar nichts von Gabriel wissen, doch mit der Zeit ändert sich das und zwischen den beiden scheint es zu funken.
Dies ist für Wren besonders kompliziert, weil es ja noch Danny gibt, den sie immer noch liebt.

An sich hört sich die Geschichte ja vielversprechend an. Aber leider ist sie für mich nicht gut umgesetzt worden. Eigentlich dreht sich der Hauptteil nur darum, dass sie Danny nicht verlieren möchte, jedoch so, wie die Situation jetzt ist, es nicht weitergehen kann. Sie kapselt sich von der Außenwelt ab. Vernachlässigt ihre Freunde, belügt ihre Mutter und dann ist da noch die Sache mit Gabriel, die ihr Gewissensbisse gegenüber Danny bringt. Mittlerweile verändert sich auch Danny und wird regelrecht zum Problem, weil er merkt, dass etwas nicht mit ihm stimmt, dass er eigentlich gar nicht mehr "leben" dürfte. Anstatt diesen Geschichtsstrang auszubauen, bleibt leider alles immer ziemlich eintönig und ich habe mich oft gelangweilt, weil nichts Aufregendes passiert. Die Liebesgeschichte bleibt fade und kommt gar nicht richtig auf. Ich habe das weder zwischen ihr und Danny gespürt, noch bei ihr und Gabriel. Schade!
Nett zu lesen, aber wirklich nichts Besonderes. Das Ende ist zwar passend, war aber auch keine Überraschung und ziemlich vorhersehbar.

Fazit: gerade noch 3/5 möglichen Punkten. Toller Schreibstil, aber die Geschichte konnte mich nicht überzeugen. Nett zu lesen, aber sonst nichts Besonderes.

Kommentare:

  1. Hm, Titel, Cover und Inhalt haben mich schon recht angesprochen. Schade, dass es dich leider nicht so überzeugen konnte. - Habe vorher noch nichts von dem Buch gehört.

    Liebe Grüße
    Linn von Die Welt der Bücher

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  2. Der Inhalt und der erste Teil deiner Meinung hören sich echt so toll an... Schade, dass es trotzdem nicht gereicht hat - aber du hattest gute Unterhaltung, das ist ja schonmal was :-)
    lg
    Steffi

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  3. ZAPP! gleich mal von meiner Liste gestrichen :D
    Danke für die ausführliche Begründung ;)<3

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  4. Dem kann ich mich nur anschließen! Die Person der Wren kam bei mir nicht an und ich habe mir nach der Inhaltsangabe und dem wirklich schönen Cover mehr versprochen. So war ich von dem Buch enttäuscht!

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  5. Hab gerade meine Rezi dazu getippselt, und konnte nur 2 Sterne mit gutem Gewissen vergeben. Mann... selten war ich sooo enttäuscht von einem Buch. Das was mich eigentlich wurmt, ist, dass die Idee so toll wäre, aber die Umsetzung einfach nur grottig ist :(

    Bin ja froh, dass es nicht nur mir so ging... ^^

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lauft mir nach ...