Montag, 9. Juli 2012

Méto: Das Haus - Yves Grevet

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
 Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
 ISBN: 978-3423625142
Preis: 14,95 Euro
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Inhalt:
Méto kann sich an ein Leben vor dem "Haus" nicht erinnern. Er gehört mittlerweile zu den "Roten", was bedeutet, dass er mit am längsten im Haus wohnt. Wie es draußen aussieht, weiß keiner, denn alle Türen und Fenster sind verbarrikadiert. Alle Jungen werden von Männern, die als Cäsar bezeichnet werden, kontrolliert und beherrscht. Bei Regelbruch werden harte Strafen verhängt. 
Irgendwann fängt Méto an sich zu fragen, was hinter diesem System steckt. Was passiert, wenn man alt genug ist und das Haus verlassen muss. Leise und unauffällig beginnt Méto mit dem Widerstand, der mit der Zeit größer und größer wird und auf andere Jungen überläuft. Können sie es schaffen, das System zu bezwingen?

Meinung:
Aller Anfang ist schwer und das war auch leider bei diesem Buch der Fall.
In letzter Zeit habe ich leider wenig Gutes über dieses Werk gelesen und das war auch der Grund, warum ich mich entschlossen habe, es jetzt endlich zu lesen. Ich wollte mich selbst überzeugen.
Ich kann jetzt schon mal sagen, dass ich die negativen Meinungen nicht ganz teilen kann.

Einem Aspekt kann ich aber voll und ganz entgegentreten. Dem Schreibstil!
Der ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Die ersten 50 Seiten war ich schon am Verzweifeln, weil er einfach so ungewohnt war. Als würde jemand Aufzählungen machen. Hier mal ein allgemeines Beispiel, das nicht aus dem Buch stammt: "Ich gehen in den Supermarkt. Ich kaufe Butter. Ich brauche noch Milch. Ich gehe zur Kasse. Ich bezahle mit Kreditkarte". Ziemlich abgehakt und emotionslos sind wohl die treffenden Beschreibungen.
Aber egal, denn nach ca. 50 Seiten hat man sich vollkommen daran gewöhnt und nach einiger Zeit kann man den Schreibstil als "passend" bezeichnen.
Denn die Welt, in der "Méto" lebt, ist sehr kontrolliert. Alles ist festgelegt und es gibt nur wenig Abweichungen. Es gibt geregelte Essenzeiten, es wird bestimmt, wann trainiert wird, wann gelernt wird und wann man etwas Freizeit hat. Immer im Rücken: die Cäsaren. Das sind Männer, die über die Jungen wachen und dafür Sorgen, dass alles ordnungsgemäß abläuft. Bei Regelbruch werden harte Strafen verhängt, die ziemlich grausam sind und oft die ganze Gruppe betrifft. Somit werden die Jungs in Schacht gehalten und so etwas wie "ein eigenes Leben" wird unterdrückt.

Méto an sich erscheint eigentlich wie ein perfektes Glied in dieser Kette. Er versucht wenig aufzufallen. Jedoch merkt man schnell, dass er weiter denkt, als die meisten anderen. Er möchte wissen, was außerhalb dieses Hauses ist. Was passiert mit den Jungs, die alt genug sind, das Haus zu verlassen. 
Mit der Zeit fällt auch den "Aufpassern" auf, das Méto sich auffällig verhält und er gerät immer mehr unter Beobachtung.

Die Geschichte an sich ist wirklich gut. Leider fehlt es mir oft einfach an Spannung. Der Autor beschreibt alles sehr genau. Dadurch konnte ich mir die Umebung sehr gut vorstellen.
Gerade als es wirklich aufregend wird, hört es leider mit einem miesen Cliffhanger auf.
Aber ich bin sehr gespannt darauf, wie es weiter geht, und werde mir die Folgebänder mit Sicherheit besorgen, denn ich möchte einfach wissen, wie es weiter geht. Mein Interesse ist geweckt!
Ich bin sicher, in Sachen Spannung, wird der nächste Teil nicht enttäuschend sein. Insofern er da weiter macht, wo der ersten Band aufhört.

Fazit: 3,5/5 möglichen Punkten. Ich glaube "Méto: Das Haus", ist erst der Anfang einer tollen Serie, die ich auf jeden Fall weiter verfolgen werde. Hier hat es leider noch an manchen Ecken gefehlt, aber ich bin sicher, es wird noch besser!


Kommentare:

  1. Von dem Buch habe ich auch schon viel gehört und auch Mal reingelesen. Die Stimmung kam mir etwas bedrückend vor, mit solchen Erfindungen wie dem Ohrfeigenkreis...

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  2. Das Urteil hätte ich nach deiner anfänglichen Meinung nicht erwartet :-)

    lg
    Steffi

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  3. Ja Steffi, an den Schreibstil muss man sich erst gewöhnen, aber dann ging es und mein Interesse, wie es weiter geht, ist absolut geweckt!! :)

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  4. ...bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob ich es lesen will/werde...deine Rezension drängt mich zumindest mehr auf die "pro"-Seite...wie immer eine schöne und ehrliche Rezension! Die Idee an sich finde ich ja schon toll an dem Buch. Und "Dustlands" hatte ja auch einen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil...*grübel, grübel, grübel*...na ja, ich warte mal noch ab...

    LG

    Kay

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  5. also ich werds nicht lesen :)
    Aber wie Steffi sagt, tolle und ehrlich begründete Rezi <3

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  6. lust aufs gegenseitige verfolgen ? :)

    http://sometime-we-all-die.blogspot.de/

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  7. Ich habe eine Leseprobe gelesen. Mich hat es (trotz des merkwürdigen Schreibstils) irgendwie sofort gepackt. Werde mich mit dem Kauf aber noch ein wenig zurückhalten :)

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  8. Mich spricht das Buch leider nicht so an, aber deine Rezi liest sich klasse. Wie immer gut geschrieben und nachvollziehbar erklärt.

    LG
    Lilly

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lauft mir nach ...