Sonntag, 21. Oktober 2012

Das Land der verlorenen Träume - Caragh O'Brien

Verlag: Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 978-3453267282
Preis: 16,99 Euro
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Inhalt

Gaia hat es geschafft mit ihrer kleinen Schwester Maya aus der Enklave zu fliehen, doch vor ihr erstreckt sich die trockene, heiße Fläche des Ödlandes. Das Wasser wird knapp und auch das Milchpulver für ihre Schwester neigt sich dem Ende. Doch als Gaia die Hoffnung schon fast aufgibt, wird sie von einem Reiter gerettet und nach Sylum gebracht. Ein Ort, an dem die Frauen an der Macht sind und das Leben der Bewohner regelt und bewacht. An Sylum haftet etwas Besonderes, denn hier werden nur fast ausschließlich Jungen geboren und das entwickelt sich langsam zu einem Problem. Die Gemeinschaft droht auszusterben und außerdem ist es den Bewohnern unmöglich Sylum zu verlassen, weil jeder Bewohner von einer Art Krankheit befallen ist, die ein Leben nur innerhalb einer bestimmten Grenze rund um den Ort möglich macht. Jetzt sitzt Gaia hier fest und muss sich wohl oder übel mit ihrem neuen Leben angagieren. Bei den Brüdern Will und Peter findet die junge Hebamme zwei wirkliche Freunde, die jedoch immer mehr Interesse an ihr zeigen. Als dann auch noch Leon auftaucht, der damals in der Enklave zurückbleiben musste, steht Gaia plötzlich zwischen den Stühlen. Für wen schlägt ihr Herz wirklich und kann sie es schaffen, das Geheimnis um die mysteriöse Krankheit zu lüften, die sie an die Gemeinschaft kettet?

  Meinug

Dein Einstieg in "Das Land der verlorenen Träume" ist mir sehr leicht gefallen und ich war froh, mich schnell wieder in Gaias Welt zurechtzufinden. Die Geschichte startet auch vielversprechend, nachdem Gaia nach Sylum kommt. Frauen an der Macht und ein schwerwiegendes Problem mit der Fortpflanzung machen Hoffnung auf eine interessante und mitreißende Fortsetzung. 

Auch Gaia hat sich weiterentwickelt, was ich zu Begin wohlwollend aufgenommen habe. Im ersten Teil war sie mir schon sehr sympathisch, aber ich habe sie nie als lustige, schlagfertige Person gesehen. Doch schon nach einigen Kapiteln werde ich mir Gaias neuen Charaktereigenschaften bewusst und es freut mich, diese neue Seite an ihr zu sehen. Im weiteren Verlauf ändert sich aber leider meine Meinung über sie. Ab dem Zeitpunkt, an dem Leon auftaucht und auch Will und besonders Peter, um ihre Gunst kämpfen. Eine "Dreiecksbeziehung" ist man ja häufig gewohnt, aber eine "Vierecksbeziehung" aufzubauen, empfinde ich dann doch etwas zu übertrieben. Durch diese regelrecht überfordernde Situation leidet Gaia für mich als Person sehr. Zu sehr driftet sie in das Schema des kleinen Mädchen ab, das begehrt wird und sich nicht entscheiden kann. Ihr Handeln kann ich damit oft nicht nachvollziehen und halte sie häufig einfach für naiv.-Sehr schade, denn im ersten Teil empfand ich den zurückhaltenden Anteil an der Liebesgeschichte als willkommene Abwechslung zu anderen Büchern desselben Genres. Hier war mir dieser Teil zu stark im Vordergrund und oftmals einfach zu erdrückend.
Dafür konnte mich aber Leon ziemlich überzeugen. Im ersten Teil noch eine Randfigur mausert er sich zu einem richtigen Kerl, der Willen und Persönlichkeit entwickelt. Hat mir gut gefallen.
Will und Peter fallen ebenfalls nicht negativ auf. Aber die Art wie sie in der Story konstruiert wurden, passt mir halt nicht gut.

Wie schon erwähnt, fängt die Geschichte rund um Sylum sehr vielversprechend an. Das Geheimnis der Krankheit, der die Bewohner zwingt, ein Leben lang an demselben Ort zu verbringen, dazu der mehr als merkwürdig hohe Anteil an Geburten, die nur Jungen hervorbringt und der Teil, dass die Frauen mal an der Macht sind, haben mich hoffen lassen, dass die Geschichte zu packen vermag. Auch hier haben sich meine Vermutungen nur teilweise bewahrheitet. Insgesamt war die Geschichte auch gut zu lesen, nur mir hat es oftmals einfach an Spannung gefehlt. In keinem einzigen Moment wurde es wirklich bedrohlich für Gaia und somit bleiben die spannenden Höhepunkte ziemlich rar. Dabei hatte ich nach Beenden von "Die Stadt der verschwundenen Kinder" gehofft, dass es nun richtig rund geht. Dass z.B die Enklave noch ihre Finger im Spiel hat. Aber leider Fehlanzeige. Einzig die mysteriöse Krankheit vermag zu punkten. Woher kommt sie und gibt es vielleicht doch noch eine Möglichkeit, Sylum zu verlassen, ohne einem grausamen Tod zu sterben?
Soviel sei gesagt. Gaia schafft es tatsächlich in diesem Punkt voran zu kommen.

Auch wenn sich vieles vielleicht jetzt doch überwiegend negativ klingt, so ist dieses Buch doch gut zu lesen. Die Autorin hat einen angenehmen, einfach zu lesenden Schreibstil und somit ist ein flüssiger lesen möglich. Auch wenn die spannenden Momente fehlen, kann ich nicht von aufkommender Langeweile sprechen.
Diese Fortsetzung ist also nicht schlecht und lässt sich gut lesen.

Fazit

"Das Land der verlorenen Träume" ist eine annehmbare Fortsetzung, die besonders Fans des ersten Teils gefallen kann. Mir war es leider zu "Beziehungslastig" und die Entwicklung der Hauptrotagonistin war nicht wirklich meinen Vorstellungen entsprechend. Ich kann mir aber vorstellen, dass vielen dieser Schub an "Gefühlsduselei" gefallen wird. Mein Fall war es leider nicht. An dieser Stelle kann ich aber 3/5 Punkten vergeben, weil ich dennoch gut unterhalten wurde.

Kommentare:

  1. Ich liebe Gefühlsduselei :D
    Hab aber den ersten Teil bisher hier auf'm SuB!
    Werd ich auch demnächst mal lesen ;-)
    LG
    Jana

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  2. ...bin ja gerade mitten in der "Stadt der verschwundenen Kinder"...habe deine Rezension zwar nur überflogen, um nicht zuviel zu erfahren, aber wahrscheinlich wird mir der zweite Teil besser gefallen...habe allerdings erst die Hälfte vom ersten Band durch! Und, wie immer...schön beschrieben :-)

    LG

    Kay

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  3. Es muss jetzt einfach mal gesagt werden, dass du total gute Rezensionen schreibst, aber das weiß eh jeder, der nicht gerade Tomaten auf den Augen hat ;)
    Ich kann dir wirklich in allen Punkten zustimmen. Mir hat der erste Teil insgesamt schon besser gefallen ... Außer eben das mit der Krankheit, das fand ich ziemlich genial!

    Alles Liebe :)

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  4. Ohhh Sandra!! Das ist aber lieb von dir :)
    Danke!! Euch allen :D

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  5. Mir hat ja der 1. schon nicht komplett zugesagt. Und wenn jetzt noch Gefühlsduselei dazukommt lass ich lieber doch erstmal die Finger davon.
    Danke für die Rezi.

    Lieben Gruss, Iris

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  6. Ich lese momentan den ersten Teil ;)
    Eine Meinung habe ich mir aber noch nicht gebildet.

    Liebe Grüße

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  7. Schöne Rezension! Ich fand Gaia in diesem Band leider auch nicht so toll.. Und diese Viereckskiste...*bäh*. Dabei war Band 1 doch so gut.. na ja, ich bin gespannt auf Band 3 :)!

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  8. ...so weit sind wir doch gar nicht auseinander. Ich kann deine Kritikpunkte durchaus verstehen; insgesamt fand ich Gaia aber gereifter...und so langsam mag ich sie auch richtig gern...klasse Rezension!

    LG

    Kay

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  9. ich hätte dem buch mindestens 4/5 gegeben....

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lauft mir nach ...