Donnerstag, 11. Oktober 2012

Lost Land: Die Erste Nacht - Jonathan Maberry

Verlag: Thienemann Verlag
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
 ISBN: 978-3522201513
Preis: 16,95 Euro
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Inhalt

15 Jahre zählt Bennys Leben. Das bedeutet, er muss sich um einen Job kümmern, damit er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Widerwillig tritt er die Lehre bei seinem Bruder Tom an, der in der ganzen Stadt als einer der besten Zombiejäger bewundert wird. Doch Benny denkt anders über seinen Bruder. 
In der "Ersten Nacht", als die meisten Menschen sich in Zombies verwandelt haben und viele der "Überlebenden" getötet, oder durch Bisse ebenfalls "untot" wurden, ist Benny eine Erinnerung unvergessen geblieben.
Er als Kleinkind, auf dem Arm seines Bruders, wie sie ihre Eltern zurücklassen, erbarmungslos dem Schicksal ausgeliefert. Seitdem hat Benny seinen Bruder als Feigling gesehen.
Sein Bild ändert sich, als Tom ihn zum ersten Mal mit in das offene Land nimmt. Hier ist es gefährlich und es wimmelt nur von Zombies. Doch von Tom bekommt Benny eine völlig andere, unerwartete Welt gezeigt, die seine Meinung über den großen Bruder ins schwanken bringen.
Als dann seine Freundin Nix von dem brutalen Rotaugen-Charlie entführt und in das verlorene Land verschleppt wird, zögern er und Tom nicht lange und machen sich auf die gefährliche Suche.

Meinung

Ein Buch, auf das ich schon sehr gespannt war. Nebenbei habe ich schon einige positive Meinungen dazu gelesen und konnte kaum abwarten, mich selbst zu überzeugen. Enttäuscht wurde ich definitiv nicht, obwohl ich mir etwas komplett anderes vorgestellt/erwartet hatte, konnte mich das Buch in seinen Bann ziehen.

Jonathan Maberry hat einen passenden, einfach zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der es dem Leser einfach macht, ohne Unterbrechung der Geschichte folgen zu können.
Darüber hinaus besitzt der Autor ein außerordentlich gutes Gespür für witzige Dialoge. Hiermit meine ich insbesondere die Wortwechsel zwischen Benny und seinem Bruder Tom, die mich mehr als oft "Dauergrinsen" lassen haben. Dafür schon mal ein "Super"!

Jedoch muss ich zugeben, dass mir der Einstieg alles andere als leicht gefallen ist. Das liegt aber ganz allein an meiner Grundeinstellung, mit der ich das Lesen begonnen habe. Hatte ich zu Beginn doch eine typische Zombie/Zombiejäger Geschichte erwartet a lá "Zombieland", wurde ich eines anderen belehrt. Dadurch war ich ein bisschen entgleitet und konnte mich so gar nicht auf die Geschichte einstellen.
Zudem muss ich ebenfalls gestehen, dass mir Benny in den ersten Kapiteln überhaupt nicht gefallen hat.

Benny als Hauptprotagonist, ist für mich erst einmal nur eins: NERVIG! Besonders in den ersten Kapiteln bleibt dieses Bild leider stehen. Irgendwie naiv und trotzig, wie ein Kind, das nicht bekommt, was es will. Nach dem Motto: "Wann sind wir endlich da?", "Ich hab Hunger!", "Ich muss mal!". Zudem benimmt er sich gegenüber seinem Bruder einfach nur mies. Er hält ihn für einen Feigling, weil er Dinge von Tom vermutet/annimmt, ohne zu wissen, ob darin überhaupt ein Fünkchen Wahrheit steckt. Außerdem empfinde ich es als merkwürdig, dass die beiden seit Jahren im selben Haus wohnen und sich noch nie ausgesprochen haben. Vielleicht liegt es daran, dass Tom oft weg ist, um seinem Job nachzugehen? Tom ist nämlich Zombiejäger und dazu noch ein ziemlich Guter!
Wäre ich eine Frau, dann hätte ich mich wahrscheinlich direkt verliebt, als Kerl kann ich einfach nur sagen: "Cooler Typ!", und das meine ich positiv und nicht sarkastisch. Tom ist ein absolut toller, sympathischer Charakter. Oft habe ich ihn mir als lässigen Cowboy vorgestellt, dem man nichts anhaben kann. Unerschüttert, weise, mutig, stark, schnell und gewieft. Anstatt auf Schusswaffen, vertraut er lieber auf sein Schwert.
Ich könnte mich noch eine Weile über ihn auslassen und Benny in den Hintergrund schieben, aber ich finde das hat auch er nicht verdient, denn mein Bild von Benny ändert sich dann doch ziemlich stark ins Positive, als er begreift, was dort draußen wirklich vor sich geht. Er selbst nimmt viele Eigenschaften seines großen Bruders an und kann dadurch eigentlich nur gewinnen.
Ebenfalls einen positiven Eindruck hat Nix hinterlassen. Sie ist erst "nur" eine Freundin von Benny, die in ihn verliebt ist, doch Benny empfindet "zuerst" nicht dasselbe für sie. Hier kann man es schon erahnen, eine kleine Liebesgeschichte bekommt der Leser auch zu sehen. Für meinen Geschmack passt diese gut, wirkt aber an manchen Stellen für mich zu unglaubwürdig/unüberlegt.

Ungewöhnlich an diesem Buch, ist die Tatsache, dass Zombies hier zwar wie Zombies dargestellt werden (seelenlos, gier nach Menschenfleisch, unbeholfen, ohne Verstand), sie dann aber doch anders von dem Leser wahrgenommen werden. Die meiste Zeit gar nicht als Bedrohung, eher als Opfer und man bemitleidet sie sogar teilweise, dass ich selbst überrascht war. 
Es gibt in diesem Buch aber auch Bösewichte, die es in sich haben. Allen voran Rotaugen-Charlie und seine Gefolgschaft. Ein Fiesling, wie im Bilderbuch. Clever, gierig, gefährlich und unglaublich unsympathisch, dass er schon wieder sympathisch wirkt (als Bösewicht). Durch ihn bleibt die Spannung ziemlich hoch und an manchen Stellen unerträglich (besonders zum Ende hin).

Das Ende der Geschichte lässt einen mehr als zufrieden zurück. Vor allem, weil ich schon mittendrin einmal kurz vor dem Verzweifeln war, weil ein Ereignis mich ganz schön erschüttert hat. Ende gut alles gut! Naja fast, aber überzeugt euch selbst! Traurig und emotional wird es besonders im Epilog und ich kann mir vorstellen, dass es zartbesaiteten Lesern schwer ums Herz wird. Dazu gehöre ich also schon mal nicht.

Fazit

Ein überraschend anderes "Zombiebuch". Kann dadurch sogar noch mehr überzeugen, als eine übliche/gewöhnliche "splatter Geschichte". 
Ein fieser Bösewicht, eine mehr als spannende Handlung, dazu (meist) liebenswerte Charaktere, lassen "Lost Land" strahlen. Einen Punkt Abzug gibt es von mir, weil der Einstieg ein bisschen holprig war und der Hauptprotagonist mir erst noch ans Herz wachsen musste. Darüber hinaus, war ich stetig gefesselt und konnte mich nur schwer losreißen. Leseempfehlung!!!
Somit vergebe ich für dieses tolle Buch 4/5 möglichen Punkten



Mein Dank geht an






und den


Thienemann Verlag



für dieses Rezensionsexemplar.






Kommentare:

  1. Klingt gut :) Gute Rezi, das Buch wandert auf die Wunschliste (wenn so viele Leute davon überzeugt sind KANN ich nicht mehr dran vorbeilaufen^^)

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  2. Ich bin scheinbar auch nicht zartbesaitet :-)
    Wir sind einfach zu cool!
    Sehr schön geschrieben, vor allem Benny Beschreibung NERVIG ;-)
    Ich hatte Glück und wusste, was mich erwartet, bzw. dass mich keine Abschlacht-Szenen oder sowas erwarten, deshalb fiel mir der Einstieg leichter ;-)
    Und deshalb gibt's von mir auch volle Punktzahl :-)
    Aber deine Kritik kann ich vollkommen nachvollziehen.

    Glg
    Steffi

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  3. @Elisa: Das ist eine verdammt gute Idee! :D
    @Steffi: Ja, die "Coolheit" spricht förmlich aus uns :D.....es ist auch nur ganz knapp an der 5 vorbeigeschrammt ^^

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  4. welch vollendete Rezi :D Ein Genuss für das Auge! :D Eine Symphonie der Worte :D Das Beste, was ich jeeeee gelesen habe :D :D :D

    <3

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  5. ...super beschrieben, was dir nicht gepasst hat. Ich hatte vor dem Lesen keine Erwartung, und die wurde um 1000 % übertroffen. Fand das Buch richtig klasse. Schreib weiter so schöne Rezensionen!

    LG

    Kay

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  6. Tolle Rezension! Ich bekomme das Buch auch noch als Rezensionsexemplar geschickt und kann mich dann dank deiner Ausführung hier schon mal gut darauf einstellen, was mich erwartet :)
    LG,
    Hannah

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  7. Eine sehr gute Rezension. 'Eigentlich hat mich dieses Buch nämlich bislang überhaupt nicht angesprochen. Das hat sich durch Deine Rezi jetzt aber komplett geändert und ich würde das Buch jetzt wirklich gern lesen! Danke!

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  8. Schöne Rezi! :)
    Habe das Buch gestern beendet und kann dir eigentlich in allen Punkten zustimmen. Was mich aber genervt hat, war dass ich erst nach 100 Seiten festgestellt habe, dass Tom schon so alt ist :D ich dachte am Anfang immer, er wäre so 20.
    Ich gehöre dann wohl zu den zartbesaiteten Lesern. Ich hatte feuchte Augen beim Epilog :D
    Liebe Grüße :)

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  9. Schöne Rezi! :)
    Habe das Buch gestern beendet und kann dir eigentlich in allen Punkten zustimmen. Was mich aber genervt hat, war dass ich erst nach 100 Seiten festgestellt habe, dass Tom schon so alt ist :D ich dachte am Anfang immer, er wäre so 20.
    Ich gehöre dann wohl zu den zartbesaiteten Lesern. Ich hatte feuchte Augen beim Epilog :D
    Liebe Grüße :)

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lauft mir nach ...