Samstag, 27. Oktober 2012

Winter: Erbe der Finsternis - Asia Greenhorn

Verlag: Bastei Lübbe (Baumhaus)
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
ISBN-13: 978-3833901584
Preis: 14,99 Euro
Kaufen: hier 
Infos zum Verlag: hier


Inhalt

Nachdem ihre geliebte Großmutter erkrankt ist, kommt Winter in eine Pflegefamilie nach Wales.
Obwohl ihr die Situation überhaupt nicht zusagt, findet sie schnell Anschluss. Gareth, der älteste Sohn der Familie scheint wirklich nett zu sein und hegt Interesse an ihr. Doch der geheimnisvolle Rhys ist es, von dem Winter nicht mehr loskommt. Irgendetwas mysteriöses umgibt diesen gutaussehenden Jungen.
Als Winter herausfindet, dass Rhys ein Vampir ist, ist es schon längst zu spät. Sie hat sich in den Jungen mit den wunderschönen Augen verliebt.
Es dauert nicht lange und in dem Ort Cae Mefus passieren merkwürdige Dinge. Menschen werden angegriffen oder verschwinden spurlos. Winter kommt nicht umher festzustellen, dass sie wohlmöglich eine größere Rolle in diesem Befangen spielt. Nur welche?

Meinung

Nach langer Zeit habe ich mich endlich mal wieder an eine Vampirgeschichte gewagt. Eigentlich bin ich von diesem Thema mehr als gesättigt, weil sich alle Geschichten doch ziemlich ähnlich sind. Ich war wirklich überrascht, dass "Winter - Erben der Finsternis"  irgendwie anders ist. Leider konnte mich dieses Buch dann aber doch nicht wirklich überzeugen.

Dabei hat alles wirklich so gut angefangen. Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt und hebt sich von der Masse deutlich ab. Wunderschön geschachtelte Sätze überzeugen von der ersten Seite an und verleiten zum Weiterlesen.
Irritiert war ich davon, dass trotz des tollen Schreibstils und der angenehmen Erzählweise der Autorin, die Charaktere, für mich als Leser, ziemlich fern bleiben. Ich konnte mich überhaupt nicht mit Winter und Co identifizieren. Das bedeutet nicht, dass die Charaktere oberflächlich aufgebaut sind, es war eher ein Gefühl von "betrachten aus weiter Ferne". Dadurch gab es schon einen ersten Widerstand, den es zu bezwingen galt, denn besonders Winter scheint mir eigentlich sympathisch zu sein. Sie ist keine typische Jugendliche, die auf der Welle der Pubertät reitet. Das soll heißen, sie wirkt schon sehr reif und erwachsen in ihrem Handeln und Denken. Ihre Empfindungen sind alle verständlich und auch nachvollziehbar, doch leider wollte sich eine Verbundenheit mit ihr leider nicht einstellen. Schade!
Neben Rhys und Gareth, die ebenfalls den Funken nicht springen lassen wollen, bleiben alle anderen Charaktere in einem Wirrwarr aus komischen Namen (die Waliser haben aber auch unaussprechliche Namen) ziemlich verloren. 
Nur Madison, Winters beste Freundin, kann mich ein wenig mehr überzeugen. 

Die Geschichte an sich ist eigentlich überhaupt nicht neu. Ein Mädchen verliebt sich in einen blendend aussehenden Jungen und irgendwann stellt sich heraus, dass er ein Vampir ist. Es kommt zu Schwierigkeiten unterschiedlichster Art, aber am Ende siegt die große Liebe. Man könnte die Story in diesem Buch auch genau so beschreiben, doch es gibt da einen kleinen (großen) Unterschied. Ich hatte in keinster Weise auch nur einmal das Verlangen, dieses Buch gegen die Wand zu klatschen, weil es mir zu kitschig oder banal wurde. Die Geschichte wirkt sehr ernst und überlegt. Als wollte die Autorin mit großem Willen vermeiden, eine "typische" Mädchen meets Vampierboy-Geschichte zu erzählen. Dafür schon mal ein "Dankeschön" von meiner Seite.
Zu Beginn ist alles erst einmal ein großes Mysterium. Nachdem Winter in Wales angekommen ist und immer tiefer in die Welt der Vampire eintaucht, stellt sich heraus, dass es ein Bündnis zwischen Menschen und Blutsauer gibt, dass es den Vampiren untersagt, Menschen anzugreifen. So weit so gut und alles noch verständlich. Aber warum wird dann ausgerechnet Winter zum Ziel von einer bestimmten Vampirgruppe und was hatte ihre Oma mit all dem zu tun, von ihren verstorbenen Eltern ganz zu schweigen. Dann gibt es noch eine Anwältin, die irgendwie auch noch involviert ist, aber ihren Part habe ich immer noch nicht ganz verstanden. Ein immer größer werdendes Fragezeichen baut sich unweigerlich beim Lesen auf, das wirklich nur sehr schwer klein zu kriegen war. Irgendwann zum Schluss klart dann zwar das Meiste auf, aber es war tatsächlich regelrecht anstrengend, einen Sinn zu finden. Der ständige Perspektivenwechsel mitten in den Kapiteln, war zudem nicht sehr förderlich, ein wenig Licht in die Dunkelheit zu bringen. Darüber hinaus war ich froh über ein paar spannende Stellen, die wirklich nicht hätten fehlen dürfen.

Womit ich überhaupt nicht zufrieden bin, ist das Ende. Was ist das Bitteschön? Mitten in einem doch recht spannenden und rasanten, nennen wir es mal "Endshowdown", ist plötzlich alles vorbei. Das ging dann aber doch ein bisschen zu flott. Fast so schnell wie die Kugel, die alles beendet hat. Darüber ärgere ich mich schon ein wenig. Hier hätte die Autorin wirklich mehr bieten können, um einen befriedigenden Schlussstrich zu ziehen.

Fazit

Der mehr als gute Schreibstil und die wirklich überraschend "andere" Vampir(love)story, können leider nicht über die oft schwer zu folgenden Handlung, den "distanzierten" Charakteren und dem miesen Ende hinwegsehen. Es war jetzt nicht wirklich schlecht und an einigen Stellen auch recht spannend, doch würde ich eine Fortsetzung wahrscheinlich nicht anrühren. Somit bekommt "Winter - Erbe der Finsternis" 2,5/5 möglichen Punkten!

Kommentare:

  1. Ups...
    Klingt ja nicht wirklich berauschend... Und Kay würde vermutlich schon bei 'Schachtelsätze' seine Interesse verlieren :-)
    Aber schön nachvollziehbar kritisiert ;-)

    Glg
    Steffi

    AntwortenLöschen
  2. Schachtelsaetze... omg ich glaube da sag ich nochmal definitiv nein!
    wie hat mein Deutschlehrer immer zu mir gesagt,
    spaetestens ab dem 3. komma setzt sein Gehirn aus und macht die Drehungen des satzes nicht mehr mit=)
    Aber schoene Rezi =)

    AntwortenLöschen
  3. Oh ooooh :D Ich höre gerade das leise plumpsen aus meiner Wunschliste :D
    Ich kann sehr gut nachvollziehen, was dich gestört hat, so soll eine gute,kritische Rezension sein!

    <3

    AntwortenLöschen
  4. ...stimmt, ich habe im oberen Drittel "Schachtelsätze" gelesen und schon wußte ich, dass es kein Buch für mich ist...Zum Glück hast Du in der Rezension alles so gut beschrieben! Nach der Inhaltsangabe wollte ich es nämlich schon fast haben...

    AntwortenLöschen
  5. Ich mag es, wenn Sätze toll aufgebaut sind und es sich dabei auch gut anhört :-)....vielleicht habts ja Glück und gewinnt es ;-)

    AntwortenLöschen
  6. Na Deine Rezension ist ja nicht so positiv, aber ich muss das Buch trotzdem haben :) Ich bild mir ja gern eine eigene Meinung und von Schachtelsätzen lass ich mich nicht abhalten ;)

    LG
    Monika

    AntwortenLöschen
  7. Ohhhh ich bin ein Schachtelsatzfan (zumindest die gute Art), ich bin selbst eine Schachtelsatzbilderin. o.O

    Eine perfekte kritische Rezi, die Art lese ich am liebsten. ;)

    LG Becci :)

    AntwortenLöschen
  8. Mir ist gerade ein Stein vom Herzen gefallen.

    Ich hätte das Buch gestern fast gekauft. Da ich aber diesen Monat auf neue Bücher verzichten wollte, habe ich es zurückgelegt.

    Wenn ich deine Rezension jetzt so lese, wäre das Buch vermutlich aber auch nichts für mich gewesen :D

    AntwortenLöschen
  9. Ich fand das Buch total ätzend. In den Ansätzen war es ja nicht schlecht, aber das von dir angesprochene Fragezeichen war irgendwann größer als ich selbst :'D Ich hatte null Durchblick. Leider!
    Liebe Grüße,
    Svenja

    AntwortenLöschen

lauft mir nach ...