Donnerstag, 29. August 2013

Pandämonium - Die schwarzen Künste - Andrew Prentice & Jonathan Weil [Rezension]

Bildquelle
Verlag: cbj
Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
ISBN: 978-3570136027
Originaltitel: The Books of Pandemonium
Preis: 16,99 Euro
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Heute ist ein wichtiger Tag für Jack. Heute muss er sich beweisen und zeigen, ob er das Zeug zum "richtigen" Taschendieb hat und bereit ist, für Sharkwell zu arbeiten - wie es schon seine Mutter vor ihm getan hat. Lange hat er sich vorbereitet und somit schafft er die Prüfungen mit Leichtigkeit. Als er einem Passanten die Tasche klaut und darin eine Pfeife entdeckt, bekommt er bei genauerer Betrachtung des Gegenstandes ein seltsames Pulver ins Auge - ab sofort sieht Jack die Welt mit anderen Augen. Magie wird für ihn sichtbar und davon scheint es nicht wenig zu geben...

Doch der Raub hat eine größere Tragweite, als Jack es für möglich gehalten hätte, denn damit hat er sich ins Visier des Hexenjägers Nicholas Webb geworfen, der vor nichts zurückschreckt und kurz darauf Jacks Mutter ermordet. Der Junge schwört Rache und eine abenteuerliche Reise beginnt.


"Pandämonium" ist eines dieser Bücher, das mich irgendwie gespalten zurückgelassen hat. Einerseits ist die Geschichte und das Setting eine willkommene Abwechslung in meinem eigentlichen Beuteschema, andererseits konnte mich die Geschichte einen Großteil der Zeit nicht genügend mitreißen.

Aber fangen wir mit den positiven Aspekten an.

Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen und mir viel es nicht schwer, in die Geschichte einzutauchen. Der Stil der beiden Autoren kann die meiste Zeit überzeugen und es gab nur wenige Stolperstellen - ein flüssiges Vorankommen ist also gegeben. Zudem fallen Beschreibungen eher kurz und knapp aus, was mir bisher immer gut gefallen hat, aber hier doch sehr von mir als störend empfunden wurde - aber dazu gleich mehr.

Erst einmal ein großes Lob an den Protagonisten Jack, der mir durch die gesamte Handlung, als sympathisches Kerlchen begegnet ist. Witzig und mit einer Charakterisierung versehen, die sich im gesamten Verlauf entwickelt. Der kleine Kobold Imp kann auf ganzer Linie überzeugen, auch wenn er leider immer nur kurz in der Handlung auftaucht, aber diese Momente habe ich genossen und mich köstlich über seine witzige Aussprache amüsiert.
Auch der Showdown am Ende ist ziemlich spannend und kann mich durch eine rasante Entwicklung positiv stimmen.

Dann kommen wir aber auch schon zu den negativen Punkten, die in meinen Augen einfach überwogen haben. Probleme hatte ich mit den Nebenfiguren, die eher durch Antipathie auffallen, oder einfach zu farblos gestrickt sind. Der große Bösewicht Webb zum Beispiel, begegnet uns im Hauptteil des Buches so gut wie gar nicht und wenn, dann weniger "dramatisch" als Bösewicht in Szene gesetzt, als von mir erhofft. Durch den stürmischen Anfang hätte ich mir von der "bösen" Seite viel mehr Power gewünscht. Auch Beth, die genau wie Jack, zur diebischen Bande gehört, kann kaum mit Sympathie punkten und wurde gleich von mir als Nervensäge abgestempelt.

Wie zu Beginn schon angesprochen, finde ich kurze, knappe Beschreibungen eigentlich ideal. So kann die eigene Fantasie ihr Übriges tun und das Buch bekommt einen persönliche Eigenklang. Dummerweise sind mir hier Londons fantastische Kulissen beinahe komplett abhandengekommen, weil ich einfach zu wenig darauf aufmerksam gemacht wurde - dabei habe ich mich auf einen aufregenden Trip durch Londons altertümliche Gassen gefreut. Hier wären MEHR, auch wirklich MEHR gewesen - schade!

Besonders fesseln konnte mich die Handlung im Mittelteil nicht. Es fehlte mir einfach an Spannung, die sich erst kurz vor Ende aufbauen konnte - leider etwas zu spät. So habe ich mich mit dem Großteil des Buches etwas schwer getan und hatte einen eher durchwachsenden Lesegenuss.


Von "Pandämonium - Die schwarzen Künste" habe ich mir viel mehr erhofft. Besonders die erwünschte Abwechslung in meinem eigentlichen Lesemuster hat mich neugierig gemacht. Mit Jack ist es den Autoren auch gelungen, einen klasse Protagonisten zu kreieren, der sich in meinen Augen aber durch eine eher unspektakuläre Geschichte durchbeißen muss. Anfang und Ende können mich noch einnehmen, der Großteil der Geschichte hat mich aber eher kalt gelassen. Nervige Nebenfiguren helfen der Geschichte ebenso wenig, wie der schwache Bösewicht. Leider nur Mittelfeld!

Von mir gibt es 

5/10
Punkten

Kommentare:

  1. Das ist aber schade :-(
    Gerade das Londoner Setting hätte mich hier am meisten interessiert... Sowas liebe ich ja auch <3

    Tolle Rezi, deine Kritik kam sehr gut rüber.

    lg
    Steffi

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  2. danke, Steffi! :) Wirklich schade, aber das Buch sieht klasse im Regal aus :D
    LG Jan

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  3. Danke für die Rezension!
    Jetzt werde ich mir das Buch wohl nicht kaufen ... ;)

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  4. Noooiinn..:( Ich hatte so hohe Erwartung. Jetzt hast du sie mit dieser tollen Rezension zerschmettert...:D Werds trotzdem bald lesen, danke nochmal dafür :) <3

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  5. Ich lese den Roman gerade und bin bei Seite 150. Dort stecke ich auch irgendwie fest (was ziemlich schade ist). Im Moment habe ich einfach das Gefühl, dass NICHTS passiert - und es mich nur langweilt. Aber ich werde es heute wieder aufgreifen und bin gespannt, ob es mir den Rest ähnlich gehen wird wie dir.

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lauft mir nach ...