Mittwoch, 3. September 2014

Salt & Storm - Für ewige Zeiten - Kendall Kulper [Rezension]

Bildquelle
Verlag: FISCHER Sauerländer
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
ISBN-13: 978-3737351003
Originaltitel: Salt & Storm
Preis: 16,99 Euro
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Avery ist die Letzte in der Linie der Roe-Frauen, die mit der Gabe der Hexerei das Leben der Bewohner auf der Insel stark beeinflussen. Seit je her kommen die Seefahrer, um um Zauber zu bitten, die sie bei der Arbeit auf dem Meer schützen. Der Preis den die Frauen dafür bezahlen ist jedoch hoch und Averys Mutter bricht die Tradition, zerrt Avery aus ihrem gewohnten Leben, um sie vor dem gleichen Schicksal zu bewahren. Schweren Herzens muss das junge Mädchen ihre geliebte Großmutter verlassen. Doch die Zeit wird kommen, in der sie sich entscheiden muss. Nicht weniger als ihr eigenes Leben steht auf dem Spiel ...


Ein großartig geschriebenes Buch, voller Magie, stiller Romantik. Ein malerischer Schauplatz, mit historischem Flair und einem Hauch Fantasy. Das ist mir alles durch den Kopf geschossen, als ich mich etwas genauer mit "Salt & Storm" beschäftigte. Daneben haben wir das fantastische Cover, das nicht nur einfach wunderbar aussieht, sondern die anfängliche Stimmung des Romans auch perfekt einfängt. Ich würde auch gerne weiter so schwärmen und es bricht mir fast das Herz, denn Kulpers Buch klang so mystisch, so magisch, aber leider muss ich sagen, dass mir "Salt & Storm" nur wenig gefallen hat. 

Dabei hat mich der Start in die Geschichte noch hoffnungsvoll gestimmt. Die Autorin bleibt nicht lange hinter dem Berg und führt den Leser mit Averys Hilfe direkt in das aktuelle Geschehen ein. So wird die jetzige Situation, dass Avery eben nicht mehr bei ihrer Großmutter lebt und gezwungen wurde, das "Handwerk" der Zauberei aufzugeben, im Einklang mit der Wichtigkeit der Roe-Frauen für die Insel toll erklärt. Ich war gespannt darauf zu erfahren, wie die Geschichte für Avery weitergeht. 

Aber ich habe dann schnell gemerkt, dass mir schon die Erzählweise der Autorin auf Dauer einfach zu ausschweifend ist. Ich bin ein Fan von Vergleichen, Andeutungen, malerischen Beschreibungen und gerade hier, die Verbindung zu dem Meer, hat die Autorin natürlich genutzt. Das bietet sich auch perfekt an. Für meinen Geschmack wurde aber einfach zu viel gebraucht. Dazu verbleibt die Geschichte sehr oft in Erzählungen aus der Vergangenheit, wenn Avery mal wieder eine ihrer Geschichten über die Großmutter zum Besten gibt. Schön und gut in Maßen, aber manchmal hatte ich das Gefühl, die Handlung kommt dadurch kaum vorwärts, weil Avery einfach zu viel grübelt und in Gedanken abschweift. Dann kann es auch ganz schnell passieren, dass ich abschweife und mit meinen Gedanken plötzlich ganz woanders bin - das ist leider häufiger vorgekommen. Kein gutes Zeichen und zumal ein Indiz für aufkommende Langeweile. Das ist auch mein größter Kritikpunkt. Für mich passiert die meiste Zeit einfach wenig Aufregendes. Erst zum Ende hin nimmt die Handlung ein wenig an Fahrt auf - für meinen Geschmack zu spät. Lieber häppchenweise verteilt auf die gesamte Handlung, als kurz vor Schluss.

Die Romanze zwischen Avery und Tale kommt glücklicherweise völlig unaufdringlich daher, auch wenn dieser Part eine wichtige und große Rolle spielt. Aber die Autorin versteht sich darauf, das Spiel zwischen den beiden harmonisch darzustellen. Nichtsdestotrotz konnten mich diese Passagen nicht packen oder berühren. Tale war für mich bloß irgendein Junge und ich konnte keine Chemie zwischen ihm und Avery spüren. Bei Avery bin ich mir übrigens auch noch nicht sicher, wie ich zu ihr stehe. Einerseits hat sie mein Mitgefühl, weil sie schon früh aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen wurde und sie die Hexerei, was für sie ein Lebenselixier zu sein scheint, aufgeben musste. Andererseits konnte ich aber auch schwer nachvollziehen, warum sie das überhaupt alles machen will. Für mich klingt das Dasein als Hexe nämlich überhaupt nicht spaßig und die Konsequenzen sind alles andere als toll. Das Thema Hexerei in der Handlung ist allgegenwärtig, jedoch wird praktisch so gut wie überhaupt nichts gezeigt, was ich sehr schade finde.

Das "Salt & Storm" ein Einzelband ist, kann ich nur positiv aufnehmen. Aber nicht aus dem Grund, weil es mir nicht gefallen hat. Alles in allem schließt die Geschichte nämlich rund ab. Ich hatte wahrscheinlich einfach nur ganz falsche Erwartungen. Für jemanden, der ruhige Geschichten mag, in denen nicht unbedingt viel Aufregendes passieren muss, der kann mit Kendall Kulpers Roman schon glücklich werden, zumal das malerische Setting ein großer Pluspunkt ist. 




"Salt & Storm" und ich sind leider keine guten Freunde geworden. Ein klarer Fall von falschen Erwartungen. Nach dem geglückten Start in die Geschichte habe ich schnell gemerkt, dass dieses Buch einfach zu ruhig ist. Zu oft hatte ich das Gefühl die Handlung bewegt sich nicht vorwärts, zu oft bin ich selbst mit meinen Gedanken abgeschweift. Wirklich schade, weil das Setting und die Idee so viel Potenzial haben. Wenn man allerdings weiß, worauf man sich einlässt, dann kann "Salt & Storm" bestimmt für Liebhaber solcher Geschichten auch überzeugen. Für mich war es leider nichts.

Ich vergebe

4/10 
Punkten


Kommentare:

  1. Schade, dass dir das Buch nicht so sehr zugesagt hat. Dabei scheint es so interessant zu sein.
    Wenn die Handlung so zäh ist, dann ist es wohl auch nichts für mich. Ich bekomme dann immer die Krise, wenn einfach nichts passiert.
    Tolle Rezension :)

    Liebe Grüße

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  2. Vielleicht mal reinlesen, Carly? Obwohl - mir hat die Leseprobe ja auch noch gefallen! :D
    Manchmal ist es halt echt doof, da klingt das Buch so toll und sieht dann auch noch so klasse aus! :(

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  3. Puhhh, ich dachte schon, mir erging es als Einzigste so :D

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  4. Oh man... Ich hatte mich so auf das Buch gefreut. Das Cover finde ich einfach klasse!
    Aber nachdem ich gehört habe, wie ihr alle (die das Buch gelesen haben) so darüber denkt, habe ich es sein gelassen... Glücklicherweise. Das wäre ansonsten verschwendete Zeit gewesen.
    Die Leseprobe hat mir auch zugesagt.
    Und ich breche die Bücher mittlerweile ab, wenn sie mir gar nicht gefallen.

    Liebste Grüße
    SaCre

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  5. Bücher breche ich nur ganz selten ab - das sind dann meist die 1 Stern-Bücher! :D
    Aber mit der Vorfreude kann ich dich total verstehen, ging mir ja nicht anders und hätte ich das vorher gewusst, dann hätte ich die Zeit lieber für was anderes genutzt! :)
    LG Jan

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lauft mir nach ...