Sonntag, 16. November 2014

Essenz der Götter I - Martina Riemer [Rezension]

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  • Format: Kindle Edition
Verlag: Impress
ASIN: B00O8NIGRY
Preis: 3,99 Euro
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Loreen musste sehr früh lernen, was es bedeutet, viel zu verlieren. Ihre Pflegeeltern starben bei einem Autounfall und sie wird in ein Heim gesteckt. Neben ihrer vertrauten Umgebung muss Loreen auch ihren Freund zurücklassen. Einzig und allein in der Musik findet sie Trost. Als eines Tages Neulinge in der Schule auftauchen, ahnt sie noch nicht, dass nach ihr Ausschau gehalten wird. Loreen ist nämlich kein normales Mädchen – in ihr schlummert die Essenz der Götter. Sie gehört den Divinus an, eine Gemeinschaft von Kriegern, die seit je her im Krieg mit den Titanus, den Abkömmlingen der Titanen, stehen.



Auf „Essenz der Götter“ war ich ziemlich gespannt. Zum einen, weil ich neugierig war, wie sich Martina Riemer als Autorin schlägt und zum anderen, ob mir der Einstieg in die neue Reihe dann doch nicht zu beziehungslastig wird, wie ich anfänglich vermutet hatte. Schon mal vorweg zu Punkt eins. Frau Riemer kann gut schreiben, aber Punkt zwei hat sich leider auch etwas bewahrheitet.

Mir hat der Plot echt gefallen. Die ganze Idee mit den Abkömmlingen von den Göttern ist vielleicht nicht ganz neu, aber die Umwandlung hat mir gefallen. Ich mochte besonders den Aspekt mit der Essenz, die jeden Abkömmling zu etwas Besonderem macht. Bei Loreen ist es die Musik, mit der sie ihr Gegenüber betören kann, aber auch die Anderen in der Gemeinschaft haben unterschiedliche Kräfte, von denen manche richtig cool sind. Mir hat auch der Verlauf gefallen, den die Handlung nimmt. Besonders gelungen fand ich die Rückblenden, bevor sich Loreen dazu entschlossen hat, ihr Erbe als Divinus anzutreten. Sie hat sich zu Beginn nämlich erst bewusst dagegen entschieden, aber zu viel möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen. Das „damals“ hat mir aber wahnsinnig gut gefallen und ich hätte mir vielleicht noch ein bisschen mehr solcher Rückblenden gewünscht.

Ich habe ja oben schon erwähnt, dass die Autorin gut schreiben kann und das meine ich auch so. Beschreibungen nehmen nicht überhand und sind so gewählt, dass man sich gut alles vorstellen kann, aber trotzdem noch Platz für die eigene Fantasy bleibt. Leider wird die Geschichte von einem personalen Erzähler in Gegenwartsform berichtet und das trifft einfach nur selten meinen persönlichen Geschmack. Ich-Erzählungen finde ich meist immer sehr viel passender, weil man dadurch die Protagonisten viel besser einschätzen und kennenlernen kann. 

Aber mal abgesehen davon war mir Loreen doch schnell sympathisch. Das Gleiche kann ich auch von Slash behaupten, weil er - und hier bekommt die Autorin ein dickes Lob - mal kein Arschloch ist, die meiste Zeit zumindest! Was mir nämlich ab einem bestimmten Punkt ein Dorn im Auge war, war die „Beziehung“ der beiden. Ich will jetzt damit nicht sagen, dass Loreen und Slash nicht zusammenpassen, aber für mich hat das Hin und Her der beiden einfach zu viel Platz eingenommen. Das lässt zum Ende hin zum Glück nach, die Geschichte nimmt an Fahrt auf und es wird richtig spannend und dieses Ende ist schon ein bisschen gemein! Man möchte definitiv wissen, wie es weitergeht.



"Essenz der Götter I" war insgesamt ein solider Auftakt, den ich gerne gelesen habe, der aber auch einige Kritikpunkte hatte. So bin ich z.B. kein Fan von Erzählstimmen aus der dritten Person und mittelgroßen Beziehungsdramen. Daneben hat mir die Grundidee aber gut gefallen und besonders zum Ende hin konnte sich das Spannungslevel stetig steigern. Wer kein Fan von Ich-Erzählungen ist und gerne das turbulente (Liebes)Treiben der Protagonisten mitverfolgt, dem könnte dieses Buch richtig gut gefallen!

Ich vergebe

6/10 
Punkten

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