Mittwoch, 5. November 2014

Red Rising - Pierce Brown [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
ISBN-13: 978-3453269576 
Originaltitel: Red Rising - The Red Rising Trilogy Book 
Preis: 16,99 Euro
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In einer Zeit, in der das Leben auf der Erde nicht mehr lange möglich ist, haben die Menschen andere Planeten besiedelt - darunter auch den Mars. Der junge Darrow arbeitet dort in den Tiefen der Mienen, um den Planeten in ferner Zukunft richtig bewohnbar zu machen. Doch eines Tages muss Darrow schmerzlich feststellen, dass alles, woran er bisher geglaubt hatte, ein absoluter Schwindel ist ...


"Red Rising" klang im ersten Moment einfach fantastisch und die Grundidee total vielversprechend. Schon allein der Mars als Schauplatz war es mir Wert, einen Blick in das Buch zu werfen und meine Fantasie lief im Vorfeld auf Hochtouren. Das wird gut, ich war mir so sicher!

Mir hat der Start echt super gefallen. Gut, im ersten Moment war ich von dem sprachlichen Stil etwas überfordert, aber ich gewöhnte mich schnell an den rauen Ton, der tief in den Mienen unter der Erde gesprochen wurde. Allgemein hat mir Browns Stil unheimlich gut gefallen. Beschreibungen fallen ausreichend aus, sind aber überhaupt nicht überladen und lassen genug Raum für die eigene Fantasie. Zudem mochte ich die Geradlinigkeit der Sprache, bei der wirklich kein Blatt vor den Mund genommen wird.  Auch die Einführung in die neue Welt hat es mir angetan. Man lernt schnell, dass die Arbeiter unten in den Mienen daran glauben, dass Sie die treibende Kraft sind, den Planeten irgendwann einmal bewohnbar zu machen. Die Arbeit ist hart und nicht ungefährlich und nicht selten kommt es zu Todesfällen. Einer dieser Arbeiter in den Mienen ist Darrow, der Held unserer Geschichte.

Der anfängliche Weg verläuft für ihn ganz typisch. Darrow gehört zu den Roten, was bedeutet, dass er ganz unten in der Hierarchie steht. Sein Leben ist hart und es fällt ihm schwer, sich und seine Frau täglich über die Runden zu bringen. Dann passiert eine schreckliche Tragödie und Darrow werden durch einige plötzlich geschehende Dinge, die Augen geöffnet.  Es läuft nämlich alles gar nicht so ab, wie er es immer geglaubt hat und die Wut auf das ganze System packt ihn! Er schließt sich einer Bewegung im Untergrund an und wird kurz darauf unter die Goldenen - die Führer des Planeten - eingeschleust.  Bis dahin hat mir das Buch echt gut gefallen und Darrow war für mich ein ganz anständiger Protagonist, der mir zwar anfänglich noch ein wenig fern war, aber ich legte meinen Hoffnungen für ein besseres Kennenlernen in den weiteren Verlauf der Geschichte. Aber dazu kam es leider nicht mehr, denn etwas Schreckliches ist passiert.

Das Buch fing an, mich zu langweilen! Erst langsam und dann immer mehr. Hinterher war ich einfach nur noch wütend. Wütend, weil ich mich so gelangweilt habe. Wütend, weil ich mich damit so schwer getan hab, der Handlung folgen zu können und wütend, weil sich alles in eine Richtung entwickelt hat, die ich mir so überhaupt nicht vorgestellt habe. Ich war echt enttäuscht, denn die Handlung hatte sich für meinen Geschmack einfach zu sehr festgekeilt. Festgesessen an einem Schauplatz, der für mich das Besondere an einem fremden Planeten überhaupt nicht zum Ausdruck gebracht hat. In dieses Institut, in das Darrow eingeschleust wird, werden die besten aller Goldenen von den weniger brauchbaren ausgesiebt. Ehrlich, für mich war das keine tolle Kulisse. Es hätte jeder beliebige Ort auf der Erde sein können, mit Wäldchen und Graslandschaft und einigen Festungen. Von der feurigen Atmosphäre des Roten Planeten war nichts zu spüren.

Dann gab es einfach viel zu viele Personen, die noch dazu unterschiedlichen Häusern angehören, die von römischen Göttern abstammen oder so ähnlich. Mich hat das Ganze an Percy Jackson erinnert, als er sich in dem Camp wiederfindet und mit den unterschiedlichen Häusern konkurrieren muss. So läuft das hier auch ab, nur aus dem Spiel wird ganz oft blutiger Ernst. Aber ich habe den Sinn dahinter nicht so richtig verstanden. Warum bringen die sich gegenseitig um, wenn doch alle Goldene sind? Der Mars hat doch genug Platz für alle. Zudem gibt es, neben Darrow, vielleicht zwei weitere Personen, dessen Namen ich mir gemerkt habe. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Konzentration ab der Hälfte des Buches stark nachgelassen hat. Mich hat das Geschehen einfach nicht mehr mitreißen können. So zieht sich die Geschichte leider bis zum Ende hin durch. Darrow bleibt mir zwar nicht unsympathisch in Erinnerung, aber ich finde seine Person immer noch sehr durchsichtig. 

Ich sehe aber ein Licht am Ende des Tunnels. Ich kann mir nämlich vorstellen, dass das ganze Drama ein Ende hat, wenn die Zeit in diesem Institut endlich einen Abschluss findet - wie auch immer das aussehen mag. Dann kann ich mir nämlich auch vorstellen, dass die Geschichte für mich spannendere und interessantere Bahnen durchläuft.



"Red Rising" ist ein gut geschriebenes Buch, das viel Potenzial besitzt. Der Start in die Handlung konnte mich noch sehr mitreißen, ich musste dann aber leider feststellen, dass die Geschichte im weiteren Verlauf absolut nicht meins ist. Ein typischer Fall von "Das Buch besitzt viel, trifft aber nicht meinen Geschmack". So wird "Red Rising" sicherlich seine Fans finden, für mich war Band 1 aber leider kein Glücksgriff. Ich sehe aber noch Hoffnung für die Fortsetzung, die ich mir allerdings erst einmal ganz genau angucken werde, aber ich finde die Idee immer noch zu cool, um endgültig einen Schlussstrich zu ziehen.

Ich vergebe

4/10 
Punkten


Kommentare:

  1. Mh, das Buch sagt mir gar nichts, aber so wie du jetzt darüber schreibst, werde ich es mir auch nicht näher ansehen Aber das Cover errinnert mich an Maze Runner... so nebenbei *g*

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  2. Das bedeutet es ist für dich schon mal kein Hype-Buch xD
    Es kommt auch echt wenig Liebeszeugs drin vor, also ist es glaub auch nichts für dich :D .... obwohl, du liest ja grad Vollendet - wenn du das magst, dann könnte dir Red Rising auch gefallen. Ich hab halt eben etwas ganz anderes erwartet xD
    Ja, es erinnert ein wenig an das Cover, aber nur an das Neue :D
    LG Jan

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  3. äh, ja genau richtig erkannt xD
    was soll denn das jetzt wieder heißen, dass ich immer ne heiße Liebesromanze im Buch brauch.. mh, überleg- ach, stimmt ja :D Also ne, lass die Finger davon, Aber Vollendet ist bisher gut und immer immer brauche ich auch nicht die Romanze. Kommt auf die Stimmung und auf das Genre an, find ich.
    stimmt auch wieder... kenn das Cover ja nur jetzt durch den Film. Hab das Buch nie gelesen ;)

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  4. Es gibt da eine Stelle in "Vollendet", die mir so eine Gänsehaut verpasst hat, weil ich das so krass fand *schüttel*. Wie gut, dass wir alle schon alt genug sind und nicht als Ersatzteillager verwendet werden xD

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  5. Nein, nein, nein!!! Ich will nicht gelangweilt werden, und das Buch klingt doch soooo gut :-( Ich lese es als nächstes, und hoffentlich ist mein Eindruck etwas anders.

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  6. Ich glaube ich weiß die Stelle... also so ungefähr. Habe da mal was gehört, was ziemlich krass war u deshalb wollte ich es auch so lange nicht lesen. Bin aber gespannt.
    Äh ja, ich ähm...bin *hust* erst kürzlich über das rettende Alter gekommen *hust*

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  7. Hallo Friedelchen! Ich drücke dir die Daumen und hoffe, dir wird Red Rising um einiges mehr gefallen, als mir!!! :)
    Tina, mir war danach auch ganz mulmig :D

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  8. Hey Jan,
    schade das dir das Buch nicht gefallen hat. Ich hatte das Buch auch ein wenig ins Auge gefasst, aber wenn es langweilige Passagen hat, bin ich jetzt doch stark am zweifeln. Die Grundidee finde ich aber immer noch richtig super :-D
    Liebe Grüße
    Sandra

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  9. Hallo Jan, das klingt wirklich nicht so berauschend. Denn langweilen und durch das Buch quälen will ich mich nicht. Sollte es das Buch mal bei Skoobe geben, schaue ich es mir an, aber kaufen werde ich es mir nicht.
    Liebe Grüße Uwe

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  10. @Sandra: Es war langweilig für mich, weil ich absolut nichts mit der "Gesamtsituation" anfangen konnte. Anderen könnte das ja vielleicht gefallen :D Die Grundidee find ich auch richtig gut! :)
    @Uwe: Das ist eine gute Idee, ich will dir das Buch ja auch nicht madig machen - könnte ja sein, dass es für dich ja perfekt ist! :D
    LG Jan

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  11. Jan so hatte ich es auch nicht verstanden :) falls ich es lese, teile ich dir meine Meinung dann mit.

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  12. Wow, Deine Rezi klingt echt wütend :D ich fand das Buch ja echt gut, aber ich finde auch, dass der Reiz des Mars völlig abhanden gekommen ist und das Institut hab ich mir auch gaaaanz anders vorgestellt.

    Lieben Gruß

    Rica

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  13. Wirklich schade Jan, dass das Buch bei dir nicht punkten konnte :-/ Ich fands zwar total verrück und auch völlig anders, als ich erwartet hatte, aber auf seine Art einfach gut. Es war mal etwas ganz anderes und auch wenn es wirklich kompliziert wurde mit der Zeit, ich hab echt an den Seiten geklebt ;P Ich freu mich riesig, dass ich so lange mit dem Buch gewartet hab, denn im Januar 2015 kommt schon Band 2 auf Englisch. Bei der komplizierten Handlung und den Charakteren ist es bestimmt ganz gut die Erinnerung noch frisch zu haben^^

    Liebe Grüße,
    Tina

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  14. Hey,

    mir ging es etwas anders, aber das Ergebnis war das gleiche ^^
    Ich fand die Ideen wirklich gut, aber ich konnte mich grade an den Schreibstil nicht so wirklich gewöhnen. Bzw. konnte ich in die Atmosphäre von der Geschichte überhaupt nicht reinversetzen und kam mir immer wie ein Zuschauer vor und konnte nicht "eintauchen". Was ich echt schade fand.
    Ich hab dann auch nach der Hälfte abgebrochen, weil ich gar keine Lust mehr hatte.
    Dabei hatte ich bisher eigentlich nur gutes darüber gehört - bin jetzt zufällig auf deine Rezi gestoßen; dann bin ich ja nicht ganz alleine mit meiner Meinung :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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lauft mir nach ...