Mittwoch, 7. Januar 2015

Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte - Crystal Chan [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Magellan
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
ISBN: 978-3734847035
Originaltitel: Bird
Preis: 14,95 Euro
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Normalerweise freuen sich Kinder auf ihren Geburtstag. Die zwölfjährige Jewel nicht, denn als sie geboren wurde, ist ihr älterer Bruder von einer Klippe in den Tod gesprungen. Seither wird dieses Thema in der Familie gemieden und Jewel versucht ihr Bestes, um die Stimmung im Haus nicht zu verderben. Aber sie fühlt einsam, bis sie eines Tage einen Jungen kennenlernt. John bringt wieder Leben in die Familie, aber Jewel muss bald bitter feststellen, dass die Geister der Vergangenheit nicht ewig ruhen. 


"Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" gehört zu der Sorte Bücher, bei denen man gleich denkt, dass sie einen berühren werden. Viele Leserstimmen schwärmen von Crystal Chans Geschichte und daher hat es auch nicht lange gebraucht, um mich neugierig zu machen.

Mir hat das Buch bis zu einem gewissen Punkt auch richtig gut gefallen. Das liegt unter anderem an dem sehr schönen Stil der Autorin. Chan besitzt die Gabe, ihre geschriebenen Worte im Zusammenhang sehr poetisch klingen zu lassen. Hinter jedem Satz steckt viel Bedeutung und das habe ich direkt gemerkt. Nicht verwunderlich, dass ihr mit der richtigen Einfühlsamkeit und gewählten Worte die Charaktere ebenfalls sehr gelungen sind.

Allen voran Jewel, die ich direkt ins Herz geschlossen habe. Aber sie hatte es auch nicht schwer, mich rumzukriegen, weil man direkt mitbekommt, in welcher Zwickmühle das junge Mädchen steckt. Ihr Geburtstag ist gleichzeitig der Todestag ihres Bruders. Daher ist dieser Tag nicht wirklich ein freudiges Ereignis in der Familie. Ihr Opa ist seit diesem schrecklichen Ereignis stumm, weil er sich die Schuld an dem Tod seines Enkels gibt. Zudem sind Jewels Eltern komplette Gegensätze. Während ihre Mutter sehr pragmatisch und bodenständig ist, hält ihr Vater sehr viel von spirituellen Dingen. Das sorgt des Öfteren für Unruhe im Haus. Jewel ist daher sehr bemüht, eine gute Tochter zu sein. Sie möchte um jeden Preis ihre Eltern stolz machen, aber sie hadert sehr oft mit sich, weil sie nicht glaubt, dass sie das erreicht. Ich hatte direkt Mitleid mit ihr, weil ich ihr Bemühen so sehr gesehen habe. Dann taucht ein fremder Junge auf, der auch noch ausgerechnet den gleichen Namen ihres Bruders trägt, und bringt sich spielend in Jewels Leben ein. Gleichzeitig reißt sein Auftauchen alte Wunden auf. Mir hat die Freundschaft der beiden sehr gefallen und nachdem John Zeit mit Jewel verbringt, spürt man auch als Leser, in welche Richtung die Autorin mit ihrer Geschichte gehen will.

Dann passieren aber im letzten Drittel des Buches Dinge, die ich überhaupt nicht mochte und teilweise auch nicht ganz nachvollziehen konnte. Das Verhalten der Eltern gegenüber Jewel ist zeitweise einfach zu krass, was mich wiederum fragen lässt, warum Jewel das überhaupt alles so mit sich machen lässt, ohne mal gehörig vor Wut zu explodieren. Das war für mich ein wenig zu befremdlich und wirkte nicht ganz so authentisch. Etwas überzogen empfand ich auch die spirituelle Ader des Vaters. Für mich einfach zu viel Hokuspokus und nicht mein Fall. Hingegen die Entwicklung der Beziehung zwischen Opa und Enkelin war großartig und konnte mich auch emotional richtig packen. Der Ausgang der Geschichte war ebenfalls stimmig und konnte mich dann etwas mit den "Unstimmigkeiten" versöhnen.


"Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte" hat mir bis zu einem gewissen Punkt richtig gut gefallen. Sowohl Schreibstil, als auch Charaktere sind authentisch und besonders Protagonistin Jewel habe ich schnell ins Herz geschlossen. Im letzten Drittel geschehen aber Dinge, die sich für mich irgendwie falsch und nicht richtig angefühlt haben, sodass ich mich schon das eine oder andere Mal über das Verhalten der Charaktere wundern musste. Nichtsdestotrotz konnte mich das Ende aber positiv stimmen.

Ich vergebe

7/10 
Punkten

Kommentare:

  1. Hallöchen Jan,
    ich habe schon öfter mit dem Buch geliebäugelt, aber ich weiß noch nicht so genau ob das was für mich wäre. Marie hatte geschrieben es ist ein Tränendüsenbuch. Ich liebe ja eigentlich alle Bücher bei denen man so richtig schön heulen kann. ^^
    Ich lass es mal noch auf meiner Merkliste und schaue mal ob es das dann irgendwann von da in mein Bücherregal schafft ^^ :D

    Liebst, Lotta

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  2. Hi Lotta! :)
    Ich könnte mir schon vorstellen, dass dir die Geschichte sehr zusagen wird. Ich glaub, dass ist genau dein Geschmack! :D
    LG Jan

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  3. Das Buch sieht so lebensfroh aus! Aber irgendwie hört sich die Geschichte zwar toll aber auch irgendwie traurig an! Ich bin gerade eher so auf der Suche nach etwas lustigem oder irgendetwas was mich aufheitert. Aber nicht unbedingt schnulzig. Aber Jewel interessiert mich glaube ich doch! Sie hört sich nett an! Danke für den Tipp!

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  4. Habs hier ja auch schon liegen und freue mich nach deiner Rezi noch mehr drauf, weil ich glaube, dass mir diese komischen Dinge gefallen werden :D Feiner Janni :*

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  5. *lach* ich glaube mir werden diese "komischen Dinge" wie Shanty auch gefallen ;)
    Jewel muss man wohl auch einfach lieben :D
    Sehr schön geschrieben mein Jannichen <3 <3 <3

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lauft mir nach ...