Donnerstag, 15. Januar 2015

Das Schneemädchen - Eowyn Ivey [Rezension]

Bildquelle
Verlag: Kindler
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 978-3463406213
Originaltitel: The Snow Child
Preis: 19,95 Euro
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Nachdem Mabel und Jack ihr ungeborenes Kind verloren haben, fliehen sie in die Wildnis von Alaska. Beide suchen Trost in der Einsamkeit und wollen ein einfaches Leben, in einer kleinen Hütte, mit allem, was das Land zu bieten hat. Doch ihr neues Leben gleicht einer anderen Welt und für das nicht mehr ganz so junge Ehepaar ist besonders der Winter eine harte Zeit. Als der erste Schnee fällt, bauen Mabel und Jack im Übermut ein kleines Schneemädchen. Tags darauf finden sich Kinderspuren und gelegentlich schleicht ein Schatten durch den Wald. Ein kleines Mädchen, das alleine durch die Wälder streunt? Aber was macht es dort und woher kommt es?


Nach gefühlten Jahren habe ich "Das Schneemädchen" endlich vom Stapel der ungelesener Bücher befreit und ich darf euch mein erstes Highlight im neuen Jahr präsentieren. Jawohl - Iveys Roman konnte mich auf ganzer Linie überzeugen und ich bin einfach nur begeistert!!

Schon allein das Cover wirkt irgendwie märchenhaft und so hat sich auch die Geschichte für mich angefühlt. Die Wildnis von Alaska als Schauplatz ist fantastisch und atemberaubend zugleich. Die Wälder, die Blockhütte, die Einsamkeit, das einfache Leben - alles zusammen hat so ein schönes Bild abgegeben. Ich bin richtig verliebt in das Setting. Durch die wunderschönen Beschreibungen der Autorin haben sich die traumhaften Bilder erst richtig in meinem Kopf manifestiert und in mir ein Gefühl von Fernweh hervorgerufen.

So wunderschön die Szenerie auf der einen Seite auch ist, so ist das Leben auf der anderen Seite alles andere als einfach. Das müssen auch Jack und Mabel schnell feststellen, für die das Leben als einfache Bauern völlig neu ist. Harte Winter und heiße, von Mücken verseuchte, Sommer bilden nun 2 Extreme in ihrer neuen Welt, für die sie sich bewusst entschlossen haben, um ihre kinderlose Existenz zu verdrängen, um etwas Frieden in der Einsamkeit zu finden. Die Autorin führt uns Schritt für Schritt in Jack und Mabels Welt und lässt beide Protagonisten abwechselnd aus ihrer Sicht erzählen. Dadurch lernt man ihr Leben in der Einsamkeit kennen, wie schwer die Arbeit ist. Aber auch gefühlstechnisch bleibt das Ehepaar kein ungeschriebenes Blatt. Beide wirken sehr sympathisch und so viel es mir ganz und gar nicht schwer, mit beiden gleichermaßen mitzufühlen. Dabei bleibt die Trauer eines kinderlosen Lebens immer stark spürbar, auch wenn dieser Aspekt nicht immer offensichtlich diskutiert/erwähnt wird. 

Die Sehnsucht spielt in "Das Schneemädchen" eine große Rolle und mit Fortlauf der Geschichte fragt man sich als Leser, inwieweit dieser Punkt für den Realismus der Geschichte wichtig ist. Wird die Handlung jetzt vielleicht sogar etwas fantastisch, weil sich Jack und Mabel etwas in dieser Sehnsucht verlieren? Fragen, mit denen ich immer wieder konfrontiert wurde und die gleichermaßen meine Neugierde geweckt haben. Was steckt wirklich dahinter? Das werde ich natürlich nicht verraten, aber ich kann versichern, dass sich die Handlung einfach toll weiterentwickelt!

"Das Schneemädchen" gehört auch eindeutig zu der Sorte Bücher, bei denen man sich am Ende fragt, ob der Ausgang jetzt wunderschön oder einfach viel zu offen ist. Manch einer wird sich vielleicht für Letzteres entscheiden, aber ich wähle definitiv das WUNDERSCHÖN und packe dazu noch ein TRAURIG und ein EMOTIONAL und bin damit überaus glücklich. 



"Das Schneemädchen" hat sich doch tatsächlich als Highlight entpuppt! Fantastisches Setting trifft auf fantastische Charaktere und dazwischen passt sehr viel Gefühl und eine wunderbare Geschichte über Sehnsucht, Einsamkeit und Liebe. Eowyn Ivey hat mein Leserherz von Beginn an höher schlagen lassen und ich danke ihr für diesen wunderbaren Buchschatz!

Ich vergebe

10/10 
Punkten

Kommentare:

  1. Hallöchen Jan,
    was für eine tolle Rezension. Als ich das Cover gesehen habe, habe ich irgendwie gar keine richtigen Erwartungen an das Buch gehabt und das das. Der Klappentext erinnert mich ein bisschen an "Das wundersame Leben des Timothy Green". Was meiner Meinung nach eine ganze toller Film ist. Ich setze mir das Buch auf jeden Fall auf meine Liste. Ich denke, dass muss ich einfach lesen. :D

    Liebst, Lotta

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  2. Danke, Lotta! :)
    Den Film kenne ich noch gar nicht - muss ich mir mal genauer angucken! :D
    Danke für den Tipp! :D
    LG Jan

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  3. Hallo Jan,

    das freut mich, dass das Buch so gut bei dir abgeschnitten hat! Ich habe heute damit begonnen und bisher gefällt's mir gut.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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  4. Dann wünsche ich dir ganz viel Spaß damit! Hoffentlich magst du es auch! :D ♥

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  5. Ich liebe es, wenn Bücher so eine märchenafte Atmosphäre haben. Und das Setting klingt in deiner Beschreibung richtig schön, vor allem so mit Alaska, dort finde ich es sowieso schon so schön. Eigentlich habe ich dem Buch nie wirklich viel Beachtung geschenkt, aber jetzt gehe ich bestimmt nochmal zurück, wenn ich es in einer Buchhandlung zufällig sehen sollte. ;)

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  6. Wow mein Jannichen, das ist ja mal eine begeisterte Rezension, jetzt bin selbst ich sprachlos ;)

    Als ich das mit den Kinderspuren gelesen habe, dachte ich erst das geht so in Richtung Psychothriller, aber das tut es überhaupt nicht oder? Denn ansonsten klingt das alles eher gefühlvoll und ganz nach einem Buch für mich, ist es das?

    Drück dich, Ally

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  7. @MadameJessi: Wenn du das Setting auch so magst, dann könnte dir das Buch echt gefallen! Die Autorin hat die Atmosphäre echt toll hinbekommen! :D
    @Ally: Nein, mit Psychothriller hat das überhaupt nichts zu tun! xD
    Aber mit dem Gefühlvoll gebe ich dir recht! Ich glaube, du würdest es auch sehr mögen ♥
    LG Jan

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  8. Super, Dankeschön, dann packe ich es jetzt sofort auf meine Wunschliste ♥

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lauft mir nach ...