Montag, 23. Februar 2015

Love Letters to the Dead - Ava Dellaira [Rezension]

Bildquelle
Verlag: cbt
Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 978-3570163146
Originaltitel: Love Letters to the Dead
Preis: 17,99 Euro
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Laurel soll im Englischunterricht einen Brief schreiben - adressiert an eine verstorbene Persönlichkeit. Ihr Brief ist an Kurt Cobain gerichtet. Im Laufe der Zeit schreibt sie weitere Briefe an unterschiedliche tote Berühmtheiten. Die geschriebenen Worte sind ihr Ventil, um den Verlust ihrer großen Schwester zu verkraften. Ihre Außenwelt bekommt von ihrer innerlichen Zerrissenheit nichts mit, bis sie eines Tages auf Sky trifft und ab da wird alles anders ...


Die Idee mit den Briefen an die toten Persönlichkeiten, die Ava Dellaira in ihrem Roman "Love Letters to the Dead" umgesetzt hat, finde ich total interessant und daher war ich gespannt darauf zu erfahren, inwieweit dieser Aspekt in der Geschichte Platz finden wird. Im Endeffekt war ich vom Buch dann nicht ganz so angetan.

Es gibt Bücher, die packen einen von der ersten Seite. Reißen sofort mit und lassen nicht mehr los. Dieses Buch gehört leider nicht dazu. Ich empfand den Start in die Geschichte sehr schwer und mühsam. Das gesamte Buch besteht aus einzelnen Briefen, in der die Protagonistin Laurel den toten Berühmtheiten von ihrem Leben erzählt. Dazu zählen hauptsächlich die aktuellen Geschehnisse, aber auch Berichte aus vergangenen Zeiten. Was mich anfänglich ziemlich stutzig gemacht hat, war die Erzählstimme von Laurel, die sich für mich sehr kindlich angehört hat - nicht wie von einem jugendlichen Mädchen. Für mich klang vieles sehr unreif, ja schon beinahe albern. Zudem war mir Laurel als Person zu farblos gezeichnet. So habe ich unglaublich lange gebraucht, um überhaupt richtig in die Handlung hineinzukommen.

Nachdem ich dann nach einer längeren Ruhepause erneut nach der Lektüre gegriffen habe, war ich weiterhin skeptisch. Doch mit der Zeit hat sich mein Eindruck vom Gesamtbild etwas gebessert. Je näher man Laurel kennenlernt, umso besser versteht man sie auch. Die Idee mit den Briefen als Ventil für ihre innersten Gefühle ist super, wobei ich gestehen muss, dass mich einige mehr und andere weniger begeistern konnte. Mit jedem Brief erfährt man nämlich auch ganz oft etwas über die tote Persönlichkeit selbst, weil Laurel sich mit deren Leben intensiv beschäftigt hat. So empfand ich zum Beispiel die Briefe an Amelia Earhart als ausgesprochen interessant, weil mich die Frau auch selbst interessiert. Kurt Cobain war mir wiederum persönlich relativ unwichtig, weil er mich als Person einfach noch nie interessiert hat. Darüber hinaus bleiben aber Laurels Berichte über ihr Leben immer im Mittelpunkt des Geschehens.

Bei Laurel hat es zwar einige Zeit gebraucht, bis ich mit ihr warm geworden bin, dann mochte ich sie aber ganz gerne. Die Nebencharaktere haben mir allesamt auch ganz gut gefallen, obwohl ich jetzt nicht behaupten kann, dass einer besonders heraussticht. Mein Problem mit der "kindlichen" Erzählstimme hat sich auch mit der Zeit gelegt. Ich empfand den Stil von Frau Dellaira sogar als sehr angenehm und gelegentlich richtig schön und passend.

Am Meisten enttäuscht darüber bin ich, dass mich die Geschichte nicht so richtig emotional mitgerissen hat, wie ich es mir anfänglich noch vorgestellt habe. Klar, Laurels Geschichten sind traurig, aber so wirklich "mitgelitten" habe ich leider nie.



"Love Letters to Dead" war für mich ein ständiges Auf und Ab. Anfänglich ging es ziemlich tief runter und ich hatte wirklich meine Probleme mit dem Einstieg und vor allem der Erzählstimme. Nach einiger Eingewöhnungszeit hat mir Dellairas Roman aber schon besser gefallen. Nichtsdestotrotz bin ich aber eher enttäuscht, dass mir die Geschichte nicht so nahe ging, wie ich es gerne gehabt hätte.
Ich vergebe

6/10 
Punkten


Kommentare:

  1. Hallöchen Jan,
    was für ein Ärger. Ich finde, das ist so ziemlich das Schlimmste was einem bei einem Buch passieren kann. Man hat eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch und freu sich drauf und dann .. ist es absolut nicht so emotional/berührend/spannend/blutig what ever. Ich finde, da ist man dann schon bedient. Zumindest geht es mir immer so. :/
    Ich werde das Buch wohl erstmal nicht unbedingt lesen. Danke für deine schöne Rezension.

    Liebst, Lotta

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  2. Oh, das hört sich nicht so gravierend an.. Das Buch steht nun etwas weiter unten auf meiner Wunschliste.

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  3. Hallo Jan,
    da ging es dir ja fast wie mir. ;) Ich habe es relativ zügig am Stück gelesen und wollte trotzdem nicht richtig damit warm werden. Emotional konnte es mich ja auch gar nicht beeindrucken.
    Deine Rezension ist absolut toll und passend, ich sehe es wie gesagt in vielen Punkten genauso!

    LG Becca :)

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  4. @Lotta: Das passiert mir leider gar nicht so selten. :D
    Es war kein totaler Reinfall, aber es freut mich, dass ich dir einen kleinen Einblick geben konnte! :)
    @GirlWithTheBooks: Ich hab auch schon einige positive Meinungen gelesen, vielleicht einfach mal in die Leseprobe reinschnuppern! ;)
    @Becca: Werd mir gleich erst einmal deine Rezension anschauen - wehe du hast abgeschrieben! xD Ja, leider war es gar nicht emotional, dabei wollte ich so gerne mitfühlen! :( ♥

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  5. Hmm ich denke mal, ich lasse lieber die Finger davon. Wenn es bei dir schon ein Auf und Ab war und ich bin da ja noch ungeduldiger was Contemporary Bücher angeht. Die wenigsten Bücher aus dem Genre sagen mir so wirklich zu und warte eigentlich schon seit Ewigkeiten wieder auf ein richtig tolles Buch wie "Wunder". Dann heißt es mal weiterwarten.

    Liebe Grüße,
    Tina

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  6. Dir hätte ich es auch nicht empfohlen, Tina! :D
    Ich mag das Genre ja ganz gerne, wenn die Geschichte traurig ist oder eben so einen tollen Helden hat, wie der in "Wunder". Irgendwann werde ich mal wieder Glück haben! :)
    LG Jan

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  7. Genau und sobald du Glück hast, mir gleich berichten Jan :D Gut gut, wenn du es mir schon gar nicht empfohlen hättest, dann passt die Entscheidung wohl so^^

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  8. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und fand es wunderbar. Als ich aber mal aus Neugierde die deutsche Leseprobe gelesen habe, war ich von der deutschen Übersetzung sehr enttäuscht, ich fand sie ein bisschen holprig. Es kann aber auch sein, dass ich das im englischen nicht so gemerkt habe, da mir diese Sprache nicht soooo super vertraut ist...
    Naja, aber jedem gefallen andere Bücher ;)

    Schönen Tag noch,
    Sue

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  9. Hm, schade dass es dich emotional nicht so angesprochen hat. Mir selbst hat es sehr gefallen und mich auch gefühlsmäßig mitgenommen. Und gerade den Aspekt, dass man durch die Briefe auch etwas über die Promis lernt, fand ich echt cool; das hat echt einige interessante Einblicke gegeben.

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lauft mir nach ...