Freitag, 27. Februar 2015

Selection - Der Erwählte - Kiera Cass [Rezension]

Bildquelle
Verlag: FISCHER Sauerländer
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN: 978-3737364980
Originaltitel: Selection - The One
Preis: 16,99 Euro
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Das Casting befindet sich auf der Zielgeraden und von den ehemals 35 Teilnehmerinnen sind nur noch 4 übrig. Doch wie lange bleibt die Elite noch zusammen? Wann entscheidet sich Maxon für seine Traumfrau? America ist sich ihren Gefühlen gegenüber dem Prinzen sicher wie noch nie, auch wenn Aspen ihr beinahe täglich begegnet. Maxons Vater ist das größere Problem, weil er in America einfach keine gute Führerin sehen will und ihr daher absichtlich Steine in den Weg legt. Zudem drängen die Rebellen weiterhin darauf, die Monarchie zu stürzen. Kann America dem immensen Druck standhalten und für ihre Liebe kämpfen?



Ich muss zugeben, dass ich die Cover der Selection-Reihe mehr als nur gelungen finde. Ich bin dem Verlag überaus dankbar, dass für jeden Band eine wirklich erträgliche Farbe gewählt wurde und das äußere Erscheinungsbild nicht durch „mädchenhafte“ Töne ruiniert wurde – so finde ich auch als Kerl die Aufmachung richtig klasse. Besonders der dritte Band übertrifft noch einmal ALLES. Weiß ist einfach toll und stilvoll! 

Wer mich vielleicht ein bisschen kennt, der weiß, dass mir die ersten beiden Bände von der Handlung her überhaupt nicht gefallen haben. Trotzdem habe ich weitergelesen, weil ich finde, dass die Geschichte einen gewissen Unterhaltungswert hat. Die Reihe ist für mich einfach unfreiwillig komisch. Absolut trashig, sinnfrei und überaus unwertvoll. Es bringt einem wenig, aber man liest trotzdem. Das muss ich der Autorin schon lassen – irgendwie schafft sie es mich bei der Stange zu halten und letztendlich will man ja dann doch wissen, für wen sich Maxon entscheidet.

Auch wenn es mir schwer fällt, so will ich doch so sachlich wie möglich versuchen zu erläutern, warum auch Band 3 bis auf das geniale Cover und dem gewissen Unterhaltungswert auf unterstem Niveau, einfach nicht viel zu bieten hat. Es fängt schon beim Stil von Frau Cass an. Für mich ist ihre Schreibe sehr einfach gehalten. Ihre Protagonisten agieren sehr simpel, sehr vorhersehbar und kommunizieren auch sehr einfach. Simple ist hier wirklich die perfekte Beschreibung. Das muss man ja jetzt nicht unbedingt negativ sehen. Für mich ist das in dem Sinne gut, dass ich wirklich wahnsinnig schnell durch das Buch gekommen bin. Trotzdem wünscht man sich, so geht es mir zumindest, dass man dann doch ein bisschen mehr hat, mehr geboten bekommt. Durch etwas mehr Pepp und Schwung bekommen auch die Charaktere gleich viel mehr Ausstrahlung und lässt diese viel intelligenter wirken. 

Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass ich wirklich überhaupt keine Person ins Herz schließen konnte. America ist für mich ein einziger großer Widerspruch. Mit der Zeit wurde es richtig anstrengend, ihre Gedanken zu verfolgen, weil sie gefühlsmäßig überaus sprunghaft ist. Wirklich ALLES wird hinterfragt und auf die Waagschale gelegt. Hinzu kommt, dass sich ihr Wesen komplett geändert hat. Die America von früher hätte sich kein bisschen dafür interessiert ihr Make Up fünf Mal am Tag aufzufrischen. Klar, der Wettbewerb kann jemanden verändern und mir wäre es egal gewesen, hätte sie sich in ein Püppchen verwandelt. Aber die Autorin lässt sie dann doch wieder in alte Muster springen und dann mimt sie wieder das Mädchen, für die das Äußere nicht wichtig ist. Und dabei gibt es doch Massen an tollen Kleidern! Glaubt mir, eins schöner als das andere und so oft, wie America diese Worte sagt, könnte man damit ein komplettes Buch füllen.

Die Autorin hat es sogar geschafft, dem Beziehungs-Dreieck aus dem Weg zu gehen. Eigentlich ja sehr positiv, aber wenn man es schon vorher aufgebaut hat, dann sollte man es auch irgendwie ausklamüsern. Hier war es einfach weg. Aspen spielt in der ersten Hälfte des Buches fast gar keine Rolle und ich war ganz überrascht, wie schnell sich dann doch alles in eine Richtung bewegt hat. Das konnte aber auch nichts mehr retten, weil sich das wieder so falsch angefühlt hat, einfach Dinge zu "ignorieren" und für selbstverständlich zu halten. 

Ebenso die Geschichte mit den Rebellen ist für mich nur Randgeschehen und hat sich nie wirklich wichtig angefühlt – davon mal abgesehen, dass dieser Part überaus lasch dargestellt wurde. Einen wirklichen Feind hatte ich nie vor Augen. Das wäre dann schon eher der König, der sich aber größtenteils wie ein kleines Kind benommen hat. Und mit so einem Führer konnte Jahrzehnte eine Monarchie aufrechterhalten werden? Fraglich! Aber für mich hat sich das wirklich alles nur wie Beiwerk angefühlt, um der eigentlichen Handlung – die Wahl der Traumfrau, ein bisschen mehr „Tiefe“ zu geben, die es eben niemals gab. Dafür ist die ganze Sache mit dem Casting einfach zu stumpfsinnig. Welches vernünftige Mädchen würde sich denn für einen Mann entscheiden, der wissentlich erst 35 andere Mädchen „ausprobiert“? Das ist so oberflächlich, wie die ganzen Prüfungen und Regeln, die die Mädchen bestehen und lernen müssen.

Noch einen Punkt, den ich der Autorin nicht vorwerfen kann, ist aufkommende Langeweile. Dafür musste ich zu oft die Augen verdrehen, mir ein Lachen verkneifen oder meinen Kopf gegen die Tischplatte donnern. Irgendetwas Dämliches ist immer passiert und das hat mich davon abgehalten, das Buch abzubrechen und das ist doch auch schon eine Leistung.



Wäre die Selection-Reihe nicht auf irgendeine sinnfreie, trashige Art und Weise Unterhaltung auf niedrigstem Niveau, so wäre ich wahrscheinlich niemals über Band 1 hinweggekommen. So ist die Geschichte wenigstens für ein paar Lacher gut und irgendwie lohnt sich eine Anschaffung schon allein aus Dekorationszwecken. Trotzdem bin ich jetzt froh, dass ich die Reihe für mich abschließen konnte, auch wenn vielleicht noch lange nicht Schluss ist. Aber ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man hier in Sachen Handlung noch irgendetwas rumreißen könnte. Wo nichts ist, kann auch nichts fehlen.

Ich vergebe

3/10 
Punkten

Kommentare:

  1. Halli hallo

    Ich muss sagen dass mir Band eins damals überraschend gut gefallen und mich unterhalten hat. Tatsächlich ging ich aber davon aus dass dann mehr kommen wird in den Folgebänden, dem war aber einfach nicht so.

    Ich fand Band drei deshalb am schlechtesten mit 3 Sternen für mich zu oberflächlich und alles Friede Freude Eierkuchen!
    Maxon mochte ich noch nie, hingegen America irgendwie schon ab Band zwei hat sie mich aber nur noch genervt!

    Ach übrigens jaaaa die Cover sind hammer und für mich ist die Reihe hiermit beendet!

    Liebe Grüsse Bea

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  2. OHWEIHA. :D Da hat's ja mal ne richtig schlechte Bewertung erwischt, irgendwie kann ich darüber echt nur schmunzeln. :D Ich hab Band 2 ja noch auf meinem SuB daheim, aber so wirklich Lust weiterzulesen hab ich nach der Rezension echt nicht. :D Wobei - doch, vielleicht um mich ebenso zu amüsieren wie du. :D

    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  3. Zu schade, dass ich Bou für das Duell der Flops "The One" nicht noch einmal lesen lassen kann! Dann wäre mir der Sieg sicher :P In meinen Augen gibt es nicht viel sinnlosere und plumpere Bücher, als diese. Band 1 und 2 hatten fit mich auch noch einen Unterhaltungswert, aber der letzte war einfach nur grottenschlecht. An schlimmsten fand ich wie die Autorin jedem Konflikt aus dem Weg gegangen ist. Vollkommen sinnfrei, ein Buch bei dem sich Probleme von Zauberhand in Luft auflösen. Naja, ich versuche gar nicht weiter darüber nachzudenken. Kann dir jedenfalls nur zustimmen!

    Liebe Grüße,
    Tina

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  4. Hallo :)
    ich hab es bei der Reihe nicht weiter als Band 1 geschafft, und den nichtmal ganz. Ich war ja drauf vorbereitet das es plump wird, aber so schlimm hab ich dass dann doch nicht erwartet!
    Ich bin ganz froh mir die weiteren Bände nicht angetan zu haben! :D

    Liebe Grüße

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  5. @Bea: Dann sind wir uns ja ziemlich einig, vor allem wegen den Covern! :D Ich mochte America in Band 1 auch noch mehr, aber das wurde von Band zu Band immer weniger, weil sie sich einfach so komisch benimmt. Das ist echt nicht normal.
    @Nazurka: Ich habe auch weitergelesen, weil es teilweise echt amüsant ist! Aber irgendwann ist das auch mal ausgelutscht! :D
    @Tina: Dafür ist das Buch echt perfekt! :'D Das mit den Problemen, die sich in Luft auflösen ist da wirklich an der Tagesordnung - wenn ich da nur an die Rebellen denke! -.-
    @Nenatie: Ich konnte damals einfach nicht aufhören, auch wenn ich den ersten auch richtig schlimm fand! :D Aber jetzt habe ich es ja geschafft!!! :P :D
    LG Jan

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  6. Huhu :) Was soll ich sagen? Habe mich beim Lesen deiner Rezi köstlich amüsiert! :) Es hat ein bisschen was von einem Missgeschick, bei dem man unweigerlich lachen muss, obwohl der betroffenen Person (In diesem Fall Cass) eigentlich sein Mitleid aussprechen sollte. Shit happens. Bei der Sache mit dem Cover stimme ich dir zu, für mich hat es sich nach Band 2 aber definitiv ausklamüsert :D <333

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  7. Bei deinem Fazit musste ich schon in mich kichern :D
    Wohl wahr, was das Trashige angeht. Band eins fand ich schon hart an der Grenze. Dann Band zwei *würg* und nun Band drei, zwar noch ungelesen, aber irgendwann, werde ich das sicher nachholen.

    Liebe Grüße

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  8. @Shanni: Freut mich, dass ich dich unterhalten konnte! xD Wir hätten Band 3 eigentlich zusammen lesen sollen - das wäre doch lustig geworden :'D ♥
    @Carly: Uhhh, dann bin ich ja mal gespannt, was du zu diesem "grandiosen" dritten Band sagen wirst! :D .... ich wünsche dir schon mal viel Spaß und Durchhaltevermögen^^
    LG Jan

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  9. Ach, das war doch dieses Buch mit der seltsamen Dystopie, nicht wahr? Ich kann mich erinnern (allerdings bloß von den Chaptersnarks auf 'Reading with a vengeance' weil ich das Buch selbst nicht gelesen hab), dass es da anscheinend in der Buchgesellschaft eine Art 'Ranking' gibt, welche Berufe so auf die Art 'mehr Wert' sind als andere. Was ich da absolut merkwürdig fand ist, dass Amerikas Familie so ungefähr in der Schicht 'die dritte von Unten' ist oder sowas in der Art, weil sie Künstler sind. Das find ich merkwürdig, da Kunst, die die Leute tatsächlich unterhält schwer zu machen ist. Ich glaube, da hat die Autorin irgendwie ein schlechtes Weltbild, sonst wäre ihr aufgefallen, dass obwohl Massenmedien heutzutage, nun ja, massenhaft verfügbar sind, es trotzdem schwierig ist wirklich gute "Kunst" zu machen (dazu gehört auch schreiben). Von daher fand ich das allein schon extrem skurril und funktioniert meiner Meinung nach einfach nicht.

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lauft mir nach ...