Dienstag, 23. Juni 2015

Mein Leben für deins - Amber Kizer [Rezension]


Verlag: cbt
Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN: 978-3570309667
Originaltitel: Pieces of me
Preis: 9,99 Euro
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Ein schrecklicher Autounfall setzt Jessica Chains Leben ein Ende. Und doch lebt sie weiter, denn ihre Eltern entscheiden sich, ihre Organe zu spenden. An Samuel, Vivian, Leif und Misty. Vier Teenager, vier Schicksale voller Schmerzen, Ängste, Einsamkeit und Hoffnung – und über allen schwebt Jessica, begleitet und beobachtet sie: »Mein Leben hatte eine Bedeutung, aber nicht, als ich noch lebendig war, sondern erst durch meinen Tod … « Text -und Bildquelle


An "Mein Leben für deins" hat für mich kein Weg dran vorbei geführt. Schon allein der Titel hat mich sehr neugierig gemacht. Der Klappentext tat sein Übriges. Das wird einfühlsam, das wird traurig, das wird so richtig emotional - habe ich mir gedacht! Im Endeffekt habe ich davon aber leider wenig gemerkt.

Es gab schon gleich zu Beginn eine Szene, in der die Protagonistin Jessica in ihrer Schule auf einen Trupp Cheerleader trifft, die sich für mich so übertrieben und unglaubhaft angefühlt hat, dass ich echt Angst hatte weiterzulesen. So dick aufgetragen wurde dann Gott sei Dank doch nicht mehr, obwohl das eine oder andere Ereignis schon ziemlich unglaubwürdig dargestellt wurde.

Mein allergrößtes Problem hatte ich aber mit Jessica selbst. Ich habe sie schon als unsympathisches Mädchen kennengelernt, aber ich habe mir gedacht, dass sich das nach ihrem Tod sicherlich legen wird und sie sich ernsthaft Gedanken über ihr vergangenes Leben macht. Sie wird eine Wandlung durchlaufen, den Empfängern ihrer Organe Hoffnung und Mut zollen, irgendetwas in dieser Art. Aber auch hier aber ich mir ganz gewaltig geirrt. Jessica war ein richtiges Biest! Sie hat selten mal ein gutes Wort über Samuel, Misty, Leif oder Vivian, die ihre Organe bekommen haben, verloren. Es wurde viel mehr gemeckert und gemosert, wenn das Leben einer der vier Mal nicht so abgelaufen ist, wie Jessica es gerne gehabt hätte. Dabei zeigt die Autorin ziemlich authentisch und einfühlsam, wie das Leben mit einem Spenderorgan sein kann. Mir haben die Geschichten der Betroffenen gut gefallen, wenn da nicht Jessica gewesen wäre, die wirklich alles kommentieren musste.

Im letzten Drittel des Buches legt sich ihr nerviger Gemütszustand dann aber erfreulicherweiser ein wenig und ich konnte sogar erkennen, dass ihr das Schicksal der Jugendlichen nicht gänzlich egal ist. Emotional konnte mich das aber nur noch wenig bewegen, was ich sehr, sehr schade finde, weil die Geschichte meine Meinung nach verdammt viel Potenzial besitzt!

Jessicas "Leben" nach dem Tod wird von der Autorin nicht großartig beleuchtet. Sie kann die vier Jugendlichen "einfach" beobachten, weil sie eben ihre Organe tragen. Ob Jessica auch noch außerhalb deren Leben "existiert" erfährt man gar nicht. Mir hat das nichts ausgemacht, wer aber mit so übernatürlichen Aspekten nichts anfangen kann (besonders wenn diese nicht so detailliert erläutert werden), der sollte sich vielleicht überlegen, ob "Mein Leben für deins" das richtige Buch ist.



Von "Mein Leben für deins" von Aber Kizer habe ich mir viel erhofft. Ich wollte eine lebensbejahende, aber auch traurige Geschichte, gemixt mit Hoffnung und Mut, die mich emotional berührt. Bekommen habe ich eine nervige Protagonistin, die mir einen Großteil der Geschichte ruiniert hat. Erst im letzten Drittel konnte mich die Handlung ein wenig mehr packen, was zum Teil auch an den Schicksalen der Betroffenen gelegen hat, die, wenn man Jessica mal ausblendet, schon sehr einfühlsam aufgeführt werden. Dafür, dass ich so viel erwartet habe, bin ich aber ziemlich enttäuscht!

Ich vergebe

5/10 
Punkten


Kommentare:

  1. Hinter diesem Buch hätte ich auch viel Emotion und Gefühl erwartet. Wirklich schade das Jessica alles ruiniert hat. Das würde mich ganz bestimmt ebenfalls nerven.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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  2. Ja, das war wirklich sehr schade! :(
    Ich hab aber auch schon 2 positive Meinungen gehört - vielleicht ist das wieder ne Geschmackssache! :D
    LG Jan

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  3. Da weiß ich allerdings jetzt schon, dass mich das ebenfalls stören würde. Da vertraue ich ganz deiner ausführlichen und gut geschriebenen Rezension ;-).

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  4. Hallöchen Jan,
    ja ich habe auch 'nur' eine drei vergeben. Ich mochte das Buch und habe es auch gerne gelesen. Im Gegensatz zu dir fand ich Jessica auch nicht so furchtbar, aber ich fand es einfach nicht herausragend. Das Thema war schwierig, aber das Buch war recht leicht. Ich hatte einfach noch ein bisschen mehr erwartet.
    Habe deine Rezension bei mir verlinkt. :)

    Liebst, Lotta

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lauft mir nach ...