Samstag, 23. Januar 2016

Oma lässt grüssen und sagt, es tut ihr leid - Fredrik Backman [Rezension]



Verlag: FISCHER Krüger
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 978-3810504814
Originaltitel: Min mormor hälsar och säger förlåt
Preis: 19,99 Euro
Direkt kaufen: Amazon, Verlag


Oma ist 77, Ärztin, Chaotin und treibt die Nachbarn in den Wahnsinn. Elsa ist 7, liebt Wikipedia und Superhelden und hat nur einen einzigen Freund: nämlich Oma. In Omas Märchen erlebt Elsa die aufregendsten Abenteuer. Bis Oma sie eines Tages auf die größte Suche ihres Lebens schickt – und zwar in der wirklichen Welt. Bild -und Textquelle


Als ich letztes Jahr "Ein Mann namens Ove" gelesen habe, da wusste ich sofort, dass ich weitere Bücher von Fredrik Backman lesen muss! Kurz darauf ist dann auch sein letztes Werk "Oma lässt grüssen und sagt, es tut ihr leid" bei mir eingezogen. Und weil mir Ove so fantastisch gefallen hat, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch.  

Ich hatte auch ernsthaft damit gerechnet, dass ich ganz wunderbar in die Geschichte abtauchen würde, doch leider wurde ich direkt ausgebremst. Mir hat die Erzählperspektive zu Beginn überhaupt nicht zugesagt. Im ersten Moment habe ich geglaubt, dass die siebenjährige Elsa die Handlung erzählt, weil sich die Stimme eben noch so jung angehört hat, aber das Buch wird aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erzählt. "Mama macht das ...", "Oma sagt ...", im ersten Augenblick vermutet man natürlich, dass das Kind da erzählt, bis genauso auch über Elsa berichtet wird. In Zusammenhang mit dieser beinahe noch "kindlichen" Erzählstimme musste ich mich erst einmal daran gewöhnen. Allgemein ist das einfach nicht mein Stil, aber nach einigen Kapiteln bin ich mit der Erzählweise dann doch ganz gut zurecht gekommen.

Und dann konnte ich mich wieder einmal von Backmans einfangen lassen. Der Autor versteht es, wie man eine Geschichte so originell verpackt, dass man im Verlauf einfach nur staunen kann. So viele unerwartete Wendungen, Vorkommnisse und Fantasie habe ich schon lange nicht mehr in einem Roman erlebt. Genau wie bei Ove gab es hier Momente, die mich emotional einfach dermaßen packen konnten und das liebe ich an solchen Büchern. Daneben verliert die Geschichte nie ihren Humor, auch als klar wird, dass in der Handlung viele ernste Züge aufkommen. Der Autor verpackt das alles gekonnt zu einem wahren Lesevergnügen.

Ebenso wie Ove ist Elsa ein spezieller Charakter, den man erst mal kennenlernen muss, dann aber direkt ins Herz schließt. Aber nicht nur Elsa überzeugt, auch ihre Oma ist der Knüller - total verrückt, herzlich, störrisch, ehrlich und im ersten Moment überhaupt nicht wie eine typische Oma. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Personen, die in diesem Buch ihren Platz finden und den sie sich redlich verdient haben. Das hat mir nämlich ganz besonders an der Geschichte gefallen und wer das Buch gelesen hat, weiß bestimmt, wovon ich rede, aber zuviel will ich an dieser Stelle nicht verraten.

Ich hoffe Fredrik Backman schreibt weiterhin solche Bücher, die direkt ins Herz gehen. Ich werde sie alle lesen - ganz bestimmt!


Wer schon mit Backmans erstem Buch seine Freude hatte, der wird sicherlich auch an "Oma lässt grüssen und sagt, es tut ihr Leid" gefallen finden. Das Buch konnte mich emotional total packen und ich war verblüfft über die Wege, die die Geschichte eingeschlagen hat. Wäre da nicht mein anfängliches Problem mit der Erzählweise gewesen, dass mich einige Nerven gekostet hat, dann wäre auch sein zweites Werk 5 Sterne wert gewesen, aber auch so kann ich Elsas Abenteuer mit ihrer Oma wärmstens weiterempfehlen! 

Ich vergebe

8/10
Punkten

Kommentare:

  1. Ich fand leider nicht in das Buch hinein, auch wenn die Oma und Elsa wirklich sehr skurille und sympathische Charaktere waren. Die Erzählweise und vorallem das märchenhafte gefiel mir nicht wirklich und ich hatte doch einige Probleme mit dem Buch. Dabei hatte mir Ove wirklich gut gefallen....
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Hallo Martina! :)
    Das ist wirklich schade und bei der Erzählweise kann ich dich sogar verstehen. Das Märchenhafte allerdings empfand ich als total faszinierend! :D
    Kennst du evtl. Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis? Da gab es auch diese märchenhafte Seite, nur viel düsterer! :)

    LG Jan

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  3. Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste, denn Ove konnte mich wirklich positiv überraschen und ich habe mir auch vorgenommen alle weiteren Werke des Autors zu lesen. :) Deine Rezi klingt doch auch schon mal echt gut. Ich stelle mich einfach jetzt schon mal auf die ungewöhnliche Erzählweise ein.. ;)

    Glg Nadja

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  4. Hey Jan, eine schöne Rezension! Leider kenne ich noch keines der Bücher des Autors, weil ich zwar schon neugierig wurde durch die Klappentexte, aber ich einfach nicht recht weiß, wohin die Reise gehen wird... hört sich doof an oder?
    Aber jetzt hast du mich auch irgendwie neugierig gemacht. Das heißt: wenn meine Wunschliste ins Unermessliche steigt, bist du schuld... irgendeinem muss ich ja die Schuld geben :D

    Genießt deinen Rest-Sonntag
    Alles Liebe, Nelly

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  5. Du machst mich wirklich so neugierig auf Ein Mann namens Ove!!! Ich habe letztens mal in der Buchhandlung rein gelesen und musste gleich bei der ersten Szene anfangen zu grinsen :D
    Dank dir steht also Ein Mann namens Ove ganz weit oben auf meiner Muss-gelesen-werden-Liste :D

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  6. "Oma lässt grüßen und sagt es tut ihr leid" war das erste Buch, das ich von Backman gelesen habe - und ich habe es geliebt. Gerade diese kindliche Vermischung von Fantasie und Wirklichkeit (wozu für mich auch die passende Erzählweise gehörte) fand ich toll. (Aber ich lese ansonsten auch gerne Fantasy, sofern sie nicht bierernst gemeint ist...)
    Jetzt muss ich unbedingt auch mal "Ove" lesen (dessen Klappentextbeschreibung mich spontan zunächst nicht sonderlich angesprochen hatte). Bin sehr gespannt!

    Schöne Grüße,
    Claudia

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  7. Hallo Jan,

    ich höre das Buch gerade und bin ungefähr bei 2/3 der Geschichte und dir absolut zustimmen. Auch wenn die Geschichte nicht ganz so toll ist, wie bei "Ove", geht sie unheimlich tief und ist berührend.

    Den Einstieg fand ich auch etwas befremdlich und schwierig, aber es lohnt sich dran zu bleiben.

    Gruß, Uwe

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lauft mir nach ...