Samstag, 13. Februar 2016

Infernale - Sophie Jordan [Rezension]



Verlag: Loewe
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN: 978-3785581674
Originaltitel: Uninvited
Preis: 17,95 Euro
Direkt kaufen: Amazon, Verlag



Von klein auf hörte ich Wörter wie begabt. Überdurchschnittlich. Begnadet. Ich hatte all diese Wünsche, wollte etwas werden. Jemand. Niemand sagte: Das geht nicht. Niemand sagte: Mörderin. Als Davy in einem DNA-Test positiv auf das Mördergen Homicidal Tendency Syndrome (HTS) getestet wird, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Schule wechseln, ihre Beziehung scheitert, ihre Freunde fürchten sich vor ihr und ihre Eltern meiden sie. Aber sie kann nicht glauben, dass sie imstande sein soll, einen Menschen zu töten. Doch Verrat und Verstoß zwingen Davy zum Äußersten. Wird sie das werden, für das alle Welt sie hält und vor dem sie sich am meisten fürchtet – eine Mörderin? Text -und Bildquelle


"Infernale" ist mein erstes Buch von Sophie Jordan. Hierzulande ist sie ja schon mit ihrer Firelight-Trilogie bekannt. Ihr neustes Jugendbuch ist mir aber schon vor einige Zeit ins Auge gestochen und ich war beinahe kurz davor mir das englische Original zu besorgen, bis es dann ganz plötzlich in der Vorschau vom Loewe Verlag aufgetaucht ist. 

Mir hat der Start in die Geschichte leider überhaupt nicht gut gefallen. Wir lernen Davy als ein Mädchen kennen, das wirklich perfekt ist. Sie ist schlau, sieht gut aus. Ihr fällt es leicht jedes Instrument zu spielen, hat viele Freunde und einen attraktiven Freund. Ihre Zukunft sieht fantastisch aus - ihre Träume scheinen alle in Erfüllung zu gehen. Kurz gesagt war sie mir von Anfang an zu glatt, zu langweilig. Schon allein der erste Satz "Ich habe schon immer gewusst, dass ich anders bin" hat mich die Augen verdrehen lassen. Klar, ein perfektes Leben zu führen macht Davy auch so anders, so speziell. Sie vermutet nämlich nicht, wie man aus dem Satz vielleicht noch lesen könnte, dass in ihr etwas Gefährliches steckt. Da ist sie später genauso schockiert, wie ihr Umfeld.

Zudem war ich echt bestürzt, wie schmalzig die ersten Seiten sind. Davy und ihr Freund waren echt unerträglich zusammen. Das war Kitsch von der feinsten (und schrecklichsten) Sorte. Als dann Davys Leben plötzlich aus den Fugen gerät und sie positiv auf das Mördergen getestet wird, tritt ein neuer Kerl in ihr Leben. Sean sieht noch besser als ihr aktueller Freund aus und benimmt sich im ersten Moment wie ein Bad Boy. Ich mochte ihn nicht. Bis hier hin ist "Infernale" ein großes Klischee für mich und ich hatte Angst, dass sich dieses Drama durch die gesamte Geschichte zieht. 

Glücklicherweise bekommt Sophie Jordan so ungefähr ab der Hälfte des Buches etwas die Kurve. Die Handlung wird von Kapitel zu Kapitel spannender und es gab hier und da Momente, die sogar etwas schockieren können, weil das Szenario schon schreckliche Züge annimmt, die für einen selbst unbegreiflich erscheinen. Und ganz besonders erfreut und erstaunt war ich über die Tatsache, dass sich Sean total wandelt. Aus dem mürrischen, unnahbaren Typen am Anfang wird im Verlauf ein Kerl, der den Beschützer raushängen lässt, dabei aber viel netter wirkt. 

Zwei Szenen im Buch haben mich stark an Bücher erinnert, die ich dem Genre schon gelesen habe. Der Part in dem Trainingslager, wo Davy gegen ihre Mitstreiter kämpfen muss, hätte auch in "Die Bestimmung" gepasst. Zudem haben mich gerade da Davy und Sean irgendwie an Tris und Four erinnert. Dann gab es eine Stelle im Buch, in der Davy mit ihrem Team eine Aufgabe erfüllen musste und dabei im Wettstreit mit anderen Teams stand. Das hat mich sehr an einen Teil aus dem zweiten Band von "Die Auslese" erinnert, wo Cia unter ähnlichen Umständen arbeiten musste. Mir ist klar, dass das Rad nicht neu erfunden werden kann, aber mir ist dieser Vergleich direkt durch den Kopf geschossen und ich habe unmittelbar diese Parallelen gezogen. Das kann einen stören, muss aber nicht - spannend waren diese Momente ja trotzdem.

Betrachte ich "Infernale" stilistisch, so kann ich nicht meckern. Jordans Buch lässt sich schnell und flüssig lesen und die Autorin schafft es gekonnt, spannende Momente aufzubauen. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die kaum auffallende Liebesbeziehung, die sich zwischen Sean und Davy entwickelt. Die Thematik, die angesprochen wird, ist super interessant. Ehrlich gesagt wüsste ich gar nicht so genau, in welche Sparte ich dieses Buch stecken würde. Es hat dystopische Züge, wobei der Part mit dem Mördergen schon ziemlich abgehoben wirkt. Infernale ist eben ein Mix-Buch. Die letzten Seiten machen definitiv Lust auf mehr, und auch wenn das Werk einige Macken für mich hatte, hätte ich dennoch Lust, mir die Fortsetzung mal etwas genauer anzuschauen.


"Infernale" von Sophie Jordan hatte einige gute Seiten, leider aber einige Aspekte, die mir überhaupt nicht zugesagt haben. Besonders am Anfang haben die Klischees die Oberhand und ich war zeitweise richtig genervt. Die zweite Hälfte ist deutlich besser und spannender und mit dem Verlauf der Handlung bin ich so zufrieden, dass ich sogar die Fortsetzung im Blick behalten werde.

Ich vergebe

6/10
Punkten

Kommentare:

  1. Hey Jan,

    schade das dich Infernale nicht ganz überzeugen konnte. Nach den bisherigen so begeisterten Stimmen bin ich nun sehr gespannt wie mir das Buch gefallen wird. Heute wird damit gestartet :-)

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
  2. Hi Sandra! :)
    Dann wünsche ich dir einen erfolgreichen Start in die Geschichte und hoffentlich kann dich "Infernale" etwas mehr begeistern, als mich.

    LG Jan

    AntwortenLöschen
  3. Hey Jan,
    eine schöne Rezension. Schade, dass das Buch dich nicht so recht begeistern konnte. Ich kann aber deine Kritikpunkte echt nachvollziehen. Mit einem schmalzigen Liebesgesülze und einem klischeebelasteten Anfang wäre ich wahrscheinlich auch nicht klar gekommen.
    Und ich muss ehrlich sagen, dass ich damit auch nicht gerechnet hätte bei der Geschichte. Schreckt mich jetzt schon ein wenig ab...
    Mal schauen, ob ich die Platzierung auf meiner Wunschliste mal nochmal überdenke.

    Genieß dein Wochenende
    Alles Liebe, Nelly

    AntwortenLöschen
  4. Die Idee mit dem "Mördergen" fände ich eigentlich wirklich interessant, da könnte eine richtig coole Geschichte draus werden, aber wenn ich mir deine Rezension so durchlese, ist dieses Buch eher - naja, gar nix für mich. Bücher, die sich bloß aus anderen Büchern zusammensetzen, mag ich gar nicht. Deshalb les ich auch kaum mehr Dystopien ^^ Aber schön, dass das Ende doch noch gut war!

    Alles Liebe,
    Sandra

    AntwortenLöschen
  5. Mhh.... Ich schätze, ich werde mir das Buch nicht holen. Ich mochte den Klappentext jetzt sooo gerne und so richtig positiv ist deine Rezension auch nicht. Ich schau mal, was ich noch so hören werde, aber ich werde es mir wohl eher aus der Bücherei ausleihen :)
    LG
    Melina

    AntwortenLöschen
  6. @Nelly: Ich habe damit auch überhaupt nicht gerechnet, aber zum Glück ändert sich das ja schnell - sonst wäre ich echt verzweifelt! xD Wenn du mal in die Leseprobe reinschaust, dann wirst du ja sehen, ob du damit klar kommst oder nicht! :)

    @Sandra: Die Idee ist auch wirklich toll, aber mich haben so einige Macken am Anfang eben extrem genervt. Könnte mir schon vorstellen, dass du das auch icht so mögen würdest! :D

    @Melina: Schau dich ruhig noch um, momentan gibt es ja viele Meinungen zu dem Buch! Vielleicht machen die dich ja neugieriger ^^

    LG Jan

    AntwortenLöschen

lauft mir nach ...