Mittwoch, 24. Februar 2016

Und draussen stirbt ein Vogel - Sabine Thiesler [Rezension]


Verlag: Heyne Verlag
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
ISBN: 978-3453269682
Preis: 19,99 Euro
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Hasserfüllt beobachtet er die Autorin Rina Kramer bei ihrer Lesung. Jedes Wort von ihr macht ihn wütend. Sie hat ihn bestohlen, hat seine Ideen und Gedanken geraubt. Er reist ihr nach, findet sie in ihrem idyllischen Landhaus in der Toskana und mietet sich bei ihr ein. Wie ein harmloser Urlauber, aber besessen davon, sie zu vernichten. Rina ahnt nicht, was der eigentümliche Gast plant. Als sie endlich die Gefahr erkennt, ist es bereits zu spät. Text -und Bildquelle



Da ich mal wieder Lust auf einen spannenden Thriller hatte, wollte ich mir das neue Werk von Sabine Thiesler vornehmen. „Und draussen stirbt ein Vogel“ sieht nicht nur schaurig-spannend aus, auch die Kurzbeschreibung hat mich direkt angesprochen. 

Aber so richtig warm bin ich mit dem Buch leider niemals geworden. Mein größtes Problem waren einfach die Charaktere, mit denen ich kaum etwas anfangen konnte. Sowohl Opfer als auch Täter konnte in mir keine Regungen auslösen. So hatte ich keine Angst um Rina, konnte nicht mit ihr mitfiebern – ebenso andere Personen/Opfer waren mir schlichtweg egal. Die Hintergründe von Manuel waren mir total suspekt. Sein Motiv, warum gerade Rina in sein Visier geraten ist, sind für mich so banal und kaum nachvollziehbar – auch mit dem Hintergedanken, dass er eben ein Psychopath ist. Aber mir war das dann doch zu weit hergeholt und unglaubwürdig.

Den Stil der Autorin mochte ich ganz gerne. Ich hatte keine Probleme damit, der Geschichte flüssig zu folgen. Sabine Thiesler hat es auch geschafft zum Ende hin gezielt Spannung aufzubauen, nur leider konnte ich mich da einfach nicht drauf einlassen, weil ich für die Personen nichts übrig hatte. Zudem war mir dieser Spannungsaufbau zu punktiert auf das Ende gerichtet. Ein Thriller muss für mich kontinuierlich Spannungsmomente bieten und das war hier leider nicht der Fall.

Etwas verwirrend fand ich auch den strukturellen Aufbau der Handlung. Es gibt Handlungsstränge, die hätte ich knallhart gestrichen, weil die für mich gar nicht so richtig in die Geschichte gepasst haben oder weil diese total irritierend sind. Die Passagen mit dem Pfarrer zum Beispiel. Dem Leser wird hier schon fast eine Erkenntnis/Vermutung gegeben, die später einfach mal absolut keine Rolle für die eigentliche Handlung gespielt hat.

"Und draussen stirbt ein Vogel" ist mein erstes Buch von Sabine Thiesler, daher kann ich keine Vergleiche zu ihren anderen Werken ziehen. Bisher habe ich aber schon einige positive Meinungen gehört. Nach so einem schlechten Start mit der Autorin weiß ich aber noch nicht, ob ich mich irgendwann an ein anderes Buch von ihr wagen werde. Der erste Eindruck setzt sich ja dann schon irgendwie fest.


Das neue Werk von Sabine Thiesler hat mich leider ziemlich enttäuscht zurückgelassen. "Und draussen stirbt ein Vogel" hat mich mit einem vielversprechenden Klappentext und Cover gelockt, meine Erwartungen wurden aber leider nicht erfüllt. Für einen Thriller gab es für mich einfach nicht genug spannende Momente und auch die gesamten Charaktere konnten keinen Eindruck bei mir hinterlassen. Von mir gibt es leider keine Leseempfehlung.

Ich vergebe

4/10
Punkten

Kommentare:

  1. Das ist die erste Rezi die ich gelesen habe, die nicht so positiv ausfällt. Sowas finde ich immer recht interessant, wenn ansonsten überwiegend positive Stimmen hellhörig werden. Tolle Argumente und tolle Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Yvonne

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  2. Ich danke dir, liebe Yvonne! :)
    Unterschiedliche Meinungen mag ich auch immer gerne lesen - besonders wenn die Meinungen ganz anders sind, als die Eigenen! :D

    LG Jan

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lauft mir nach ...