Donnerstag, 28. April 2016

Playlist for the Dead - Michelle Falkoff [Rezension]


Verlag: Coppenrath
Broschiert: 272 Seiten
ISBN: 978-3649668848
Preis: 14,95 Euro
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Diese Dinge weiß Sam: Es gab eine Party. Es gab einen Streit. Am nächsten Morgen ist sein bester Freund tot. Aber was Sam nicht weiß: Warum? Alles, was ihm von Hayden bleibt, ist eine Playlist und eine Notiz: Hör dir das an und du wirst mich verstehen. Und so begibt Sam sich auf die Suche nach Antworten und muss schon bald feststellen, dass er seinen besten Freund nicht so gut kannte, wie er immer gedacht hat ... Bild -und Textquelle


„Playlist for the Dead“ ist eines dieser Bücher, das man ganz gerne gelesen hat, aber nach einiger Zeit wahrscheinlich wieder aus dem Gedächtnis verschwunden ist. Die Thematik, die in dem Werk aufgegriffen wird – Selbstmord, Mobbing, Unsicherheit mit der eigenen Person, war für mich interessant, jedoch wurden die Schwerpunkte meiner Ansicht nach falsch gesetzt.

Fokus soll die Playlist sein, die Hayden vor seinem Tod erstellt hat und Aufschluss drüber geben soll, warum er sich umgebracht hat. Das hat er sogar in einer Notiz geschrieben, die Sam bei der Liste gefunden hat. So beginnen die Kapitel mit unterschiedlichen Songs dieser Playlist als Überschrift und oft hört Sam auch aus Situationen heraus das jeweilige Lied. Nichtsdestotrotz hat sich dieser Aspekt für mich ganz häufig „nur“ nach Randgeschehen angefühlt. Sam stellt zwar Vermutungen auf, warum Hayden gerade dieses und jenes Lied ausgewählt hat, aber wirklich schlau wird er daraus eigentlich niemals. Im Verlauf der Handlung lernt er seinen besten Freund zwar von einer neuen Seite kennen, aber die Verbindung mit dieser „speziellen“ Playlist hat mir irgendwie gefehlt. 

Zudem empfand ich es mal wieder ziemlich lahm, dass in diesen Depri-Musik-Romanen scheinbar immer die gleichen Künstler und Songs angehimmelt und verehrt werden. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber Nirvana und Co. haben einfach schreckliche Musik gemacht und ich verstehe einfach nicht, warum gerade solche Songs so viel Bedeutung bekommen. Es gibt doch so viele andere Werke, die eine Erwähnung wert gewesen wären. Ich habe immer das Gefühl, dass Autoren denken, dass gerade die Verwendung von ganz bestimmter Musik (wie beispielsweise oben erwähnt) besonders cool wirkt. Ja nicht mainstream werden. Finde ich öde! Viele der Songs kannte ich nicht einmal, was ich ziemlich schade fand, weil man mit Musik eben auch gleichzeitig so viel verbinden kann oder Verbindungen aufbauen kann – in Bezug auf Buchcharaktere zum Beispiel.

Ich mochte die Wandlung von Sam in dem aber Buch unheimlich gerne. Ich fand es spannend zu beobachten, wie sich sein Blickwinkel von Erkenntnis zu Erkenntnis über seinen besten Freund ändert. Darauf wird der Fokus gelegt und das ist meiner Meinung nach toll geglückt, aber ich habe zu Beginn eben etwas ganz anderes erwartet. Trotzdem konnte mich dieser eher "überraschende" Schwerpunkt überzeugen, denn auch Sam hatte es wie Hayden nicht immer leicht und musste oftmals die gleichen schrecklichen Dinge erleiden. Diesen Blickwinkel hat Michelle Falkhoff ehrlich und authentisch zu Papier gebracht.


"Playlist for the Dead" habe ich ganz gerne gelesen, eine richtige Überraschung war es für mich aber nicht. Von der Geschichte habe ich mir eine ganz andere Richtung versprochen, die Schwerpunkte lagen für mich aber an der falschen Stelle. Ich hätte die Musik deutlicher in den Vordergrund gestellt, denn damit wird das Werk angepriesen. Ales in allem aber eine nette Geschichte für zwischendurch.

Ich vergebe

6/10
Punkten

Kommentare:

  1. Hallo Jan,

    deine Erwartung bzgl. des Klappentextes ist auch meine gewesen, als ich von diesem Buch erfahren habe. Ich war deshalb gespannt auf deine Meinung. Schade, das hier etwas anderes innerhalb der Geschichte transportiert wird, als gedacht. Gerade die Idee mit einer Playlist gefällt mir, aber wenn man die meisten Titel nicht kennt, verliert sich die Idee einfach, was ich schade finde.

    Ich werde es zwar lesen, aber es steht nicht so weit oben auf meiner WuLi. Danke für deine Rezi und ein schönes Wochenende.

    Gruß Uwe

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  2. Vielleicht bin ich auch einfach nicht der Typ für diese Art von Musik - ich kannte echt wenig davon! :D
    Vielleicht wirst du es ja mehr mögen als ich - schlecht war es ja net! ^^

    LG Jan

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  3. Huhu Jani-Schatz :)

    ich hab zwar mal mit dem Buch geliebäugelt, es aber dann doch gelassen, man kann eben wirklich nicht alles lesen. In diesem Fall bin ich da auch gar nicht böse drum, auch wenn die Freundschaft der beiden, eine tolle Rolle spielt, die sich echt interessant anhört.

    Drück dich, Ally

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  4. Hi Jan,
    wirklich gepackt hatte es mich bisher nicht, das Buch lesen zu wollen. Und ich denke, das ich auch bei meinem Entschluss bleibe. Also wenn ich dir mal ähnliche Bücher empfehlen darf, die alles treffender und stimmungsvoller rüberbringen? Zum einen auf jeden Fall "This Song will save your Life" von Leila Sales und dann noch "Love Letters to the Dead" von Ava Dellaira.
    Vor allem ersteres Buch ist unheimlich gut gelungen. Gehörte für mich zu den Highlights im letzten Jahr, das leider etwas untergegangen zu sein scheint.

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  5. Huhu Sandy,
    also "This Song will save your life" klingt echt toll - das muss ich mal im Auge behalten! :D
    "Love Letters to the Dead" fand ich leider nur mittelmäßig, da hatte ich mir auch etwas anderes erhofft. ^^

    LG Jan

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lauft mir nach ...