Mittwoch, 13. April 2016

Ponderosa - Michael Sieben [Rezension]


Verlag: Carlsen 
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
ISBN: 978-3551583468
Preis: 14,99 Euro
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Ponderosa. So nennen Kris, Josie und Juri die verlassene Hütte am Rand der Siedlung. Sie ist ihr geheimer Ort, schon seit Jahren. Hier können die Freunde reden. Rauchen. Die Matratze auf den Hügel ziehen und einfach in den Himmel starren. Alles ist gut, findet Kris. Nichts muss sich ändern. Und doch fühlt es sich anders an, seit kurzem. Wenn er an Josie denkt, ist da etwas Neues. Wenn er mit Juri redet, hakt es einfach nur. Vor allem seit sie versuchen, Josies verschwundenen Nachbarn aufzuspüren. Als Kris durch Zufall mehr über den Alten erfährt, geht er der Sache nach - allein. Und bringt damit Ereignisse ins Rollen, die wirklich alles verändern. Unwiderruflich. Bild -und Textquelle


Veränderungen gehören zum Leben und ganz besonders in der Zeit des Erwachsenwerdens passieren viele Dinge auf einmal, die sich plötzlich ändern. Eine verwirrende Zeit. Eine Zeit voller Angst, Neugierde, Spaß und ganz viel Abenteuer. Viele Autoren haben Bücher geschrieben, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Jugendliche, die plötzlich eine andere Welt vor sich haben, die sich mit nie gekannten Problemen auseinandersetzen müssen. Manche davon kennt man selber noch zu gut, andere sind gravierender und man ist doch froh, dass sein eigenes Leben anders verlaufen ist. Auch Michael Sieben hat so ein Werk geschrieben.

In seinem Jugendbuch „Ponderosa“ hat Kris die Protagonistenrolle übernommen und für Kris sind seine beiden besten Freunde Josie und Juri das Wichtigste überhaupt. In der Ponderosa, so wird die verlassene Hütte im Wald genannt, verbringen sie ihre Freizeit. Doch in der letzten Zeit merkt Kris, dass sich etwas verändert hat. Zwischen ihm und Juri gibt es immer mal wieder Spannungen, die nicht ausgesprochen werden und er kann sich nicht erklären, woran das liegt. Zudem sieht er Josie plötzlich in einem ganz anderen Licht.  Glaubhaft schildert der Autor, was in dem Kopf Jungen vorgeht. Kris Gedankenstimme klingt authentisch, sein Handeln wirkt echt, ohne groß übertrieben zu wirken - manch ein Autor hatte da einen ganz andern Slang drauf, aber hier hatte ich niemals das Gefühl, dass die Heranwachsenden in eine Schublade gesteckt werden.

Freundschaft, die erste Liebe, kleine und größere Streits und die Unsicherheit der eigenen Person finden gekonnt ihren Platz in der Geschichte. Siebens kühler und prägnanter Stil passt für mich wirklich sehr gut ins Gesamtkonzept und hat bei mir Eindruck hinterlassen.

So sehr mich der mysteriöse Prolog zu Beginn auch neugierig gemacht hat, so empfand ich den kriminalistischen Part in „Ponderosa“ doch etwas fehl am Platz. Ich glaube, die Handlung wäre auch ohne diese zusätzliche Schiene lesenswert geblieben. So hatte ich leider oftmals das Gefühl, etwas völlig unnötiges zu lesen, was ein wenig schade war.



„Ponderosa“ von Michael Sieben erzählt glaubhaft die Geschichte eines Jungen, der sich den Problemen des Erwachsenwerdens stellen muss. Das schafft der Autor wirklich toll, ohne dabei zu übertreiben. Den Krimi-Part empfand ich als etwas unnötig. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Debüt!


Ich vergebe

7/10
Punkten

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