Samstag, 9. April 2016

We are the Ants - Shaun David Hutchinson [Rezension]


Verlag: Simon Pulse
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
ISBN: 978-1481449632
Preis: 17,08 Euro
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Henry knows that his mom is struggling to keep the family together, and coping by chain-smoking cigarettes. He knows that his older brother is a college dropout with a pregnant girlfriend. He knows that he is slowly losing his grandmother to Alzheimer’s. And he knows that his boyfriend committed suicide last year. What Henry doesn’t know is why the aliens chose to abduct him when he was thirteen, and he doesn’t know why they continue to steal him from his bed and take him aboard their ship. He doesn’t know why the world is going to end or why the aliens have offered him the opportunity to avert the impending disaster by pressing a big red button. But they have. And they’ve only given him 144 days to make up his mind. The question is whether Henry thinks the world is worth saving. That is, until he meets Diego Vega, an artist with a secret past who forces Henry to question his beliefs, his place in the universe, and whether any of it really matters. But before Henry can save the world, he’s got to figure out how to save himself, and the aliens haven’t given him a button for that.


"We are the Ants" hat mich direkt angesprochen. Der Klappentext klingt so verrückt und abgedreht, ich musste das Buch einfach lesen. Bereut habe ich das keine Sekunde, denn Highlights liest man eben gerne! Mit dem Namen Shaun David Hutchinson konnte ich vorher nicht viel anfangen, obwohl „We are the Ants“ nicht sein Erstling ist – bisher ist er mir aber nie unter die Augen gekommen. Eine Schande! Wenn seine anderen Bücher nur halb so gut sind, wie dieses hier, dann Hut ab.

Henry ist Hauptfigur in diesem Roman, in dem es der Autor ganz fantastisch geschafft hat, eine Geschichte zu schreiben, die mich oftmals unglaublich berühren konnte. Henrys Leben ist nämlich gehörig aus dem Ruder gelaufen und das scheint weiterhin anzuhalten. Sein Freund hat vor einigen Monaten Selbstmord begangen und Henry scheint immer noch in einer Starre zu stecken, aus die er nicht erwachen kann. Selbstzweifel, Selbsthass lassen ihn immer wieder die Frage stellen, warum Jesse freiwillig aus dem Leben getreten ist und er keine Anzeichen gesehen hat. Hat er Jesse zu wenig geliebt? Hat er Jesse mit seiner Liebe erdrückt? In dieser Spirale der Trauer ist es wenig hilfreich, dass seine geliebte Großmutter langsam aber sicher ihre Erinnerungen an Alzheimer verliert, dass seine Mutter nach der Trennung von seinem Vater wenig Selbstwertgefühl besitzt, sein nichtsnutziger Bruder plötzlich Vater wird und er in der Schule von seinen Mitschülern gequält wird. „Space Boy“, so nennen sie ihn und dieser Name kommt nicht von ungefähr!

Henry wurde nämlich mit 13 Jahren das erste Mal von Aliens entführt und das geschieht seither in regelmäßigen Abständen. Als das an die Öffentlichkeit kommt, ist er das gefundene Opfer. In einer dieser "Alien-Nächte" bekommt er von den Aliens eröffnen, dass er entscheiden kann, ob die Welt in 144 Tagen untergehen soll oder ob er der Menschheit noch eine Chance gibt. Was soll er tun? Wie leicht wäre es, den roten Knopf zu drücken, um dem Leid endgültig zu entrinnen. Das klingt alles so deprimieren und das ist es auch, ich hatte aber trotzdem niemals das Gefühl, dass mich diese Traurigkeit, die die Geschichte ausstrahlt, selbst ergreift. Vielmehr hatte ich das Gefühl von Bewunderung für Henry, dass er all diese Ungerechtigkeit schon so lange aushält. Unzählige Male hatte ich das Bedürfnis diesen verdammten roten Knopf selber zu drücken, weil mich diese Gemeinheiten so wütend gemacht haben.

Gleichzeit gab es so viele Momente im Buch, die einfach wahnsinnig schön sind und da muss ich dem Autor ein Kompliment machen. Das Buch ist vielschichtig und bedient diese „Schichten“ absolut gleichwertig. Henrys Oma bekommt genauso viel Wichtigkeit, wie die Momente mit seiner Mutter. Ebenso wird die Beziehung zu seinem Bruder nicht vernachlässigt. Jesses Selbstmord zieht sich zwar wie ein Leitfaden durch die gesamte Handlung, es passiert aber trotzdem so viel drum herum. Zudem ist das Buch einfach toll geschrieben und Herrn Hutchinson gelingt fabelhaft der Spagat zwischen humorvollen und traurig/emotionalen Augenblicken.

„Depression isn't a war you win. It's a battle you fight every day. You never get to stop, never get to rest. It's one bloody fray after another.“ (S.328)

Ich habe wirklich nichts an dem Buch auszusetzen und konnte jederzeit gebannt verfolgen, wie sich Henry in den 144 Tagen weiterentwickelt, und war natürlich gespannt darauf, wie das Ende ablaufen würde. Für mich war es einfach nur perfekt, so wie es ist. „We are the Ants“ ist für mich eben so ein Buch, das ich mit einem Gefühl zumache, das irgendwie anders ist – großartig!


„We are the Ants“ von Shaun David Hutchinson ist das erste Buch dieses Jahr, das mich vollends überzeugen konnte. Authentische Charaktere, viele Emotionen (schöne & traurige) und eine doch etwas skurrile Handlung machen dieses Buch zu einem Highlight. Lesen, ich bitte darum!

Ich vergebe

10/10
Punkten


Kommentare:

  1. Huch, das ist vielleicht ein kurioser Klappentext! *.* Der Mix aus Contemp. und Aliens...ist schon mal was anderes. Das macht mich neugierig.
    Und du bist ja vollkommen begeistert. :D
    Steigt auf der WuLi gleich mal ganz oben ein.

    Liebe Grüße
    Sandy

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  2. Hallo Sandy! :)
    Ich glaube das Buch würde dir richtig gut gefallen! Also ist der Platz oben auf der WL schon sehr gut gewählt! :)

    LG Jan

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  3. Ich habe das Buch schon so oft auf die Wunschliste gesetzt und dann doch wieder runtergeschmissen, dass ich gerade gar nicht mehr genau weiß, ob es momentan wieder drauf steht :D
    Deine Meinung macht mich aber nun wieder unsicher, weshalb ich vielleicht doch einen Blick auf meine Wunschliste werfen sollte ...
    Das Buch klingt sehr außergewöhnlich und erfrischend anders und mit mehr Tiefgang, als ich vorher annahm. Hm. Nun bringst du mich ins Grübeln :D

    Liebe Grüße,
    Sarah

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lauft mir nach ...