Samstag, 17. Dezember 2016

Winger - Andrew Smith // Rezension


Gebundene Ausgabe: 464 Seiten // Preis: 19,99 Euro

Erster Satz: Etwas Beschisseneres konnte es gar nicht geben, als im vorletzten Schuljahr einsamer Klassenbester und dabei gerade mal vierzehn zu sein.

Meinung:
Mit "Winger" hatte ich nun bereits zum dritten Mal das Vergnügen, einen Roman aus der Feder von Andrew Smith zu lesen. Bisher waren seine Bücher immer sehr strange. Da geht es um Leute, die von von Brücken stürzenden Pferden erschlagen werden oder von Gottesanbeterinnen, die jagt auf Menschen machen. Winger kommt da im Vergleich schon eher normal daher.

Hier wird besonders die Freundschaft zwischen Protagonist Ryan und seinem Mitschüler Joey gepriesen. Für mich waren diese Stellen jedes Mal ein Highlight und durch Smith (wie immer) tollen Stil wird dieses Thema super umgesetzt. Joey ist offen homosexuell und eigentlich wird er im Internat auch nicht ausgeschlossen, hat viele Freunde und die sich aufbauende Freundschaft zwischen ihm und Ryan ist einfach schön mit anzusehen. Trotzdem kommen hin und wieder Konflikte auf und auch sonst wird es im Leben von Ryan Dean West nie langweilig.

Was ich leider überhaupt nicht gerne mit angesehen habe, sind die hormongesteuerten Gedanken/Handlungen/Taten von Ryan selbst. Mein Gott, der Junge ist erst 14 und ja, in diesem Alter dreht sich die Welt wahrscheinlich nur um dieses eine Thema, aber will ich wirklich alle 2 Seiten damit konfrontiert werden, wie scharf Ryan doch seine Mitschülerinnen findet. Wie schwer verliebt er in Annie ist, er auf der nächsten Seite aber doch mit einer Anderen rummacht, um danach wieder total an Annies Lippen zu hängen? Nein, das will ich nicht und ich war stellenweise einfach nur noch genervt von diesem Jungen! Schade vor allem, dass dadurch die Freundschaftsmomente ein wenig zu kurz kommen. Auf der anderen Seite gab es aber auch ein paar echt super lustige Stellen mit diesem Kerl.

Und DIESES Ereignis am Ende des Buches hat mir dann doch ein wenig das Herz gebrochen, weil ich einfach nur schockiert und wütend und gleichzeitig total traurig war. Ein Erlebnis sind die Bücher von Andrew Smith eben dann doch immer.

Fazit: 
Die Freundschaft zwischen Ryan und Joey war für mich immer das Schönste an der Geschichte. Leider wird dieser Aspekt immer ein wenig in den Hintergrund gerückt, wenn mit Ryan mal wieder die Hormone durchgehen. Vielleicht kann ich aber auch einfach nichts mehr mit so jungen Protagonisten anfangen. Das Ende hat mir aber trotzdem das Herz gebrochen und einen Kloß im Hals beschert.

Ich vergebe

6/10
Punkten

Kommentare:

  1. Schade dass dir das Buch nicht so wahnsinnig gut gefallen hat, ich fand es damals wirklich unterhaltsam und amüsant und das Ende hat auch mich total umgehauen.

    Was den pubertierenden Charakter von Ryan betrifft muss ich dir aber zustimmen – mich hat es aber auch nicht so wirklich überrascht, weil es in "Grasshopper Jungle" ja noch durchaus heftiger zur Sache ging. Ich glaube bei Andrew Smith sind die Hauptfiguren grundsätzlich dauergeil :D

    Ich finde die deutsche Ausgabe übrigens echt hübsch, da kann ich gar nicht so direkt sagen ob mir das Original oder die Übersetzung besser gefällt.

    Band 2 liegt jetzt auch schon bestimmt ein Jahr bei mir rum, bisher hat es mich aber noch nicht sonderlich gereizt… ^^

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    1. Hallo Sebastian,

      also schlecht fand ich es ja nicht, aber der Prota war mir manchmal echt zu viel! xD
      Bei Grasshopper Jungle ist mir das gar nicht so sehr aufgefallen, wahrscheinlich, weil die eigentliche Handlung so spannend war. Bei Winger ging es dagegen ja ziemlich ruhig ab! :D

      Ob ich Band 2 lesen will, ist noch fraglich. ^^
      Und mein Herz schlägt definitiv für die deutsche Ausgabe! :)

      LG Jan

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lauft mir nach ...